{"law": "VwVG", "article": 1, "article_suffix": "", "title": "Grundsatz", "sr_number": "172.021", "summary_de": "## Übersicht\n\nArt. 1 VwVG bestimmt, wann das Verwaltungsverfahrensgesetz angewendet wird. Das Gesetz gilt für alle Verwaltungsangelegenheiten von Bundesbehörden, die durch eine Verfügung (behördliche Entscheidung mit Rechtswirkung) erledigt werden.\n\n**Wer ist betroffen?** Das VwVG erfasst alle Bundesbehörden: den Bundesrat, die Departemente, die Bundesverwaltung, die Parlamentsdienste, die eidgenössischen Gerichte bei Verwaltungsaufgaben und auch private Organisationen, wenn sie Bundesaufgaben erfüllen. Zum Beispiel ist die Schweizerische Inkassostelle für Radio- und Fernsehgebühren eine Bundesbehörde, weil sie hoheitliche Aufgaben wahrnimmt.\n\n**Was sind die Folgen?** Wendet eine Bundesbehörde das VwVG an, müssen alle Verfahrensvorschriften eingehalten werden. Die Betroffenen haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Anhörung vor Entscheiden), auf Begründung der Verfügung und auf Beschwerde. Verstösse gegen diese Regeln können vor dem Bundesverwaltungsgericht oder Bundesgericht gerügt werden.\n\n**Wichtige Einschränkung:** Das VwVG gilt nur subsidiär. Wenn spezielle Bundesgesetze andere Verfahrensregeln vorsehen, gehen diese vor. Zudem gilt es nur für Bundesbehörden - kantonale Behörden wenden ihre eigenen Verwaltungsverfahrensgesetze an, selbst wenn sie Bundesrecht vollziehen.\n\n**Beispiel:** Eine Bürgerin beantragt beim Bundesamt für Gesundheit die Zulassung eines Medikaments. Das Amt muss nach VwVG verfahren: es muss die Bürgerin anhören, den Entscheid begründen und eine anfechtbare Verfügung erlassen.", "doctrine_de": "## Doktrin\n\n### Entstehungsgeschichte\n\n**N. 1** Das VwVG wurde am 20. Dezember 1968 erlassen und trat am 1. Oktober 1969 in Kraft. Mit diesem Gesetz schuf der Bundesgesetzgeber erstmals eine umfassende Kodifikation des Verwaltungsverfahrens auf Bundesebene. Die Botschaft des Bundesrates vom 24. September 1965 (BBl 1965 II 1283) betont, dass das Gesetz die rechtsstaatlichen Garantien im Verwaltungsverfahren stärken und die bis dahin uneinheitliche Praxis vereinheitlichen sollte.\n\n**N. 2** Der Gesetzgeber orientierte sich bei der Ausarbeitung an den bereits bestehenden kantonalen Verwaltungsverfahrensgesetzen, namentlich denjenigen von Bern (1909), Solothurn (1915) und Zürich (1959). Die Botschaft hält fest, dass das VwVG bewusst als Rahmengesetz konzipiert wurde, das Raum für spezialgesetzliche Abweichungen lässt (BBl 1965 II 1290).\n\n### Systematische Einordnung\n\n**N. 3** Art. 1 VwVG definiert den sachlichen und persönlichen Geltungsbereich des Gesetzes. Die Norm steht am Anfang des ersten Kapitels («Allgemeines») und bildet zusammen mit Art. 2 (Ausnahmen vom Geltungsbereich), Art. 3 (örtlicher Geltungsbereich) und Art. 4 (Bundesrecht bleibt vorbehalten) die Grundlagen für die Anwendung des gesamten Gesetzes.\n\n**N. 4** Das VwVG ist ein allgemeines Verfahrensgesetz, das subsidiär zu spezialgesetzlichen Verfahrensbestimmungen gilt. Diese Subsidiarität ergibt sich aus Art. 4 VwVG und prägt die Anwendung des gesamten Gesetzes. Die systematische Stellung von Art. 1 VwVG als Eingangsnorm unterstreicht seine grundlegende Bedeutung für die Bestimmung des Anwendungsbereichs.\n\n### Tatbestandsmerkmale / Norminhalt\n\n**N. 5** **Verwaltungssachen** im Sinne von Abs. 1 sind alle Angelegenheiten, die durch hoheitliches Handeln der Verwaltung erledigt werden. Der Begriff umfasst nicht nur die klassische Eingriffsverwaltung, sondern auch die Leistungsverwaltung. Entscheidend ist der öffentlich-rechtliche Charakter der Materie (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 1 N 8).\n\n**N. 6** **Verfügungen** sind gemäss der Legaldefinition in Art. 5 VwVG hoheitliche Anordnungen der Behörden im Einzelfall, die auf Rechtswirkung gerichtet sind. Die Verfügung ist das zentrale Handlungsinstrument der Verwaltung und Anknüpfungspunkt für den Rechtsschutz (→ Art. 5 VwVG).\n\n**N. 7** **Bundesverwaltungsbehörden** werden in Abs. 2 nicht abschliessend aufgezählt. Lit. a erfasst die zentrale Bundesverwaltung, lit. b die Organe der Bundesversammlung, lit. c die eidgenössischen Gerichte für Verwaltungsakte ausserhalb ihrer Rechtsprechungstätigkeit, lit. d die autonomen eidgenössischen Anstalten und Betriebe, lit. e Personen des öffentlichen oder privaten Rechts bei der Erfüllung übertragener Bundesaufgaben.\n\n**N. 8** Die Qualifikation als Bundesbehörde hängt bei privatrechtlich organisierten Trägern davon ab, ob sie mit hoheitlichen Befugnissen ausgestattet sind und Bundesaufgaben wahrnehmen. Das Bundesgericht hat dies etwa für die Schweizerische Inkassostelle für Radio- und Fernsehempfangsgebühren bejaht (**BGE 130 III 524**).\n\n### Rechtsfolgen\n\n**N. 9** Liegt eine Verwaltungssache einer Bundesbehörde vor, die durch Verfügung zu erledigen ist, findet das VwVG Anwendung. Dies bedeutet, dass die Verfahrensgrundsätze der Art. 5ff. VwVG zu beachten sind, namentlich die Verfügungspflicht (Art. 5), die Zuständigkeitsregeln (Art. 7ff.), das rechtliche Gehör (Art. 29ff.) und die Rechtsmittelvorschriften (Art. 44ff.).\n\n**N. 10** Die Anwendbarkeit des VwVG begründet für die Betroffenen subjektive Verfahrensrechte. Sie können die Einhaltung der Verfahrensvorschriften einfordern und deren Verletzung mit Beschwerde rügen (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N 897).\n\n### Streitstände\n\n**N. 11** **Umfang der Behördenliste**: Umstritten ist, ob die Aufzählung in Abs. 2 abschliessend ist. Die herrschende Lehre und Praxis gehen von einer nicht abschliessenden Aufzählung aus, was sich aus dem Wortlaut («Als Behörden [...] gelten») ergibt (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 1 N 15; a.M. vereinzelte ältere Lehrmeinungen).\n\n**N. 12** **Private mit Bundesaufgaben**: Kontrovers diskutiert wird, unter welchen Voraussetzungen Private als Bundesbehörden im Sinne von Art. 1 Abs. 2 lit. e VwVG gelten. Waldmann/Weissenberger verlangen kumulativ die Übertragung einer Bundesaufgabe und die Ausstattung mit hoheitlichen Befugnissen (Praxiskommentar VwVG, Art. 1 N 42). Auer/Müller/Schindler stellen primär auf den funktionalen Behördenbegriff ab und lassen die formelle Organisation in den Hintergrund treten (Kommentar VwVG, Art. 1 N 38).\n\n**N. 13** **Abgrenzung zu Realakten**: Die Lehre ist sich uneinig über die Reichweite des Begriffs «Verwaltungssachen». Während Tschannen/Zimmerli/Müller nur Verfügungen und verfügungsähnliche Akte darunter fassen (Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 29 N 8), vertreten Häfelin/Müller/Uhlmann eine weitere Auslegung, die auch Realakte erfasst, soweit spezialgesetzlich vorgesehen (Allgemeines Verwaltungsrecht, N 899).\n\n### Praxishinweise\n\n**N. 14** Bei der Prüfung der Anwendbarkeit des VwVG ist stets in drei Schritten vorzugehen: (1) Liegt eine Bundesbehörde vor? (2) Handelt es sich um eine Verwaltungssache? (3) Ist die Angelegenheit durch Verfügung zu erledigen? Nur bei kumulativer Erfüllung aller Voraussetzungen ist das VwVG anwendbar.\n\n**N. 15** Die Subsidiarität des VwVG (Art. 4) ist stets zu beachten. Vor Anwendung des VwVG ist zu prüfen, ob spezialgesetzliche Verfahrensvorschriften bestehen. Diese gehen dem VwVG vor, das VwVG füllt aber Lücken aus (↔ Art. 4 VwVG).\n\n**N. 16** Bei Unsicherheit über die Behördeneigenschaft ist auf die materielle Funktion abzustellen: Nimmt eine Stelle hoheitliche Aufgaben des Bundes wahr und kann sie einseitig verbindliche Anordnungen treffen, ist von einer Bundesbehörde auszugehen, unabhängig von der Rechtsform.", "caselaw_de": "## Rechtsprechung\n\n### Geltungsbereich und Bundesbehörden\n\n**BGE 130 III 524** vom 29. Juni 2004\nDie Schweizerische Inkassostelle für Radio- und Fernsehempfangsgebühren ist vollumfänglich in das Verwaltungsverfahren des Bundes eingebettet und damit eine Bundesbehörde im Sinne von Art. 1 Abs. 2 lit. e VwVG.\nDas Entscheid klärt die Qualifikation privatrechtlich organisierter Entitäten als Bundesbehörden im Sinne des VwVG.\n\n> «Die Schweizerische Inkassostelle für Radio- und Fernsehempfangsgebühren ist zuständig, eine erstinstanzliche Verfügung zu erlassen (Art. 48 Abs. 2 lit. c RTVV). Bei der Ausübung dieser Funktion verfügt die Beschwerdeführerin - ähnlich einer Abteilung der Bundesverwaltung - in Anwendung des VwVG erstinstanzlich für das ganze Gebiet der Schweiz. Diese Verfügung kann beim BAKOM angefochten werden (Art. 50 Abs. 3 RTVV). Letztinstanzlich ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht zulässig. Die Beschwerdeführerin ist somit vollumfänglich in das Verwaltungsverfahren des Bundes eingebettet und damit eine Bundesbehörde im Sinne von Art. 1 Abs. 2 lit. e VwVG.»\n\n### Subsidiarität gegenüber Spezialrecht\n\n**BGE 122 V 412** vom 1996\nEntgegen dem Wortlaut des Art. 90 Abs. 2 KVG ist auf das Verfahren vor der Eidg. Rekurskommission für die Spezialitätenliste das VwVG anwendbar.\nDas Urteil zeigt, dass das VwVG auch dann Anwendung finden kann, wenn Spezialgesetze andere Verfahrensvorschriften vorsehen.\n\n> «Gemäss Art. 90 Abs. 2 KVG richtet sich das Beschwerdeverfahren vor der Eidg. Rekurskommission für die Spezialitätenliste nach dem Bundesrechtspflegegesetz (OG). Nach Auffassung der Vorinstanz sind entgegen dem Wortlaut dieser Gesetzesbestimmung die Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG) anwendbar.»\n\n### Ausnahmen vom Geltungsbereich\n\n**BGE 117 V 185** vom 10. September 1991\nArt. 56 VwVG bietet eine Grundlage für vorsorgliche Massnahmen im Bundesrecht, obwohl dies gemäss der (nicht abschliessenden) Aufzählung in Art. 1 Abs. 3 VwVG nicht ausdrücklich vorgesehen ist.\nDas Urteil zeigt, dass die Aufzählung in Art. 1 Abs. 3 VwVG nicht abschliessend ist.\n\n> «Art. 56 VwVG bietet hiefür eine Grundlage im Bundesrecht, obwohl dies gemäss der (nicht abschliessenden) Aufzählung in Art. 1 Abs. 3 VwVG nicht ausdrücklich vorgesehen ist.»\n\n**BGE 108 Ib 540** vom 3. Dezember 1982\nDie Mitteilung an eine Partei, dass ihre Eingabe im Sinne von Art. 8 VwVG an die zuständige Behörde überwiesen worden sei, ist eine Verfügung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VwVG, sofern die Partei die Zuständigkeit der befassten Behörde behauptet hatte.\nDer Entscheid zeigt den subsidiären Charakter des VwVG bei Zuständigkeitsfragen.\n\n> «Die Mitteilung an eine Partei, dass ihre Eingabe im Sinne von Art. 8 VwVG an die zuständige Behörde überwiesen worden sei, ist eine Verfügung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VwVG, sofern die Partei die Zuständigkeit der befassten Behörde behauptet hatte.»\n\n### Anwendung bei parastaatlichen Organisationen\n\n**BGE 119 V 456** vom 1993\nDie Experten der Eidgenössischen Arzneimittelkommission (EAK) unterliegen den allgemeinen Ausstandsbestimmungen des Art. 10 Abs. 1 VwVG.\nDer Fall illustriert die Anwendung des VwVG auf parastaatliche Einrichtungen bei der Wahrnehmung von Bundesaufgaben.\n\n> «Die Experten der EAK unterliegen nicht den für Richter geltenden, besonderen Ausstandsvorschriften der Art. 22 und 23 OG. Indes sind die allgemeinen Ausstandsbestimmungen des Art. 10 Abs. 1 VwVG anwendbar.»\n\n### Abgrenzung bei Realakten\n\n**BGE 103 Ib 253** vom 11. August 1977\nDer Entscheid, mit dem die zuständige Bundesbehörde die von einer Gerichtsbehörde nachgesuchte Ermächtigung eines Beamten zum Zeugnis oder zur Aktenedition verweigert, ist keine Verfügung im Sinne des Art. 5 VwVG.\nDas Urteil zeigt die Grenzen der Anwendung des VwVG bei internen Verwaltungsangelegenheiten.\n\n> «Der Entscheid, mit dem die zuständige Bundesbehörde die von einer Gerichtsbehörde nachgesuchte Ermächtigung eines Beamten zum Zeugnis oder zur Aktenedition verweigert, ist keine Verfügung im Sinne des Art. 5 VwVG.»\n\n### Überweisung an andere Instanzen\n\n**BGE 110 Ib 96** vom 1. Mai 1984\nÜberweist eine Beschwerdeinstanz eine Beschwerde i.S.v. Art. 47 Abs. 2 VwVG an eine nächsthöhere Instanz, so ist die Überweisung allein keine anfechtbare Verfügung, sofern die Unzuständigkeit der überweisenden Behörde unbestritten ist.\nDer Entscheid zeigt die praktische Anwendung der Kompetenzabgrenzung zwischen verschiedenen Bundesbehörden.\n\n> «Überweist eine Beschwerdeinstanz eine Beschwerde i.S.v. Art. 47 Abs. 2 VwVG an eine nächsthöhere Instanz, so ist die Überweisung allein keine anfechtbare Verfügung i.S.v. Art. 97 Abs. 1 OG i.V.m. Art. 5 VwVG, sofern die Unzuständigkeit der überweisenden Behörde unbestritten ist.»\n\n### Organisatorische Anordnungen\n\n**BGE 109 Ib 253** vom 1983\nOrganisatorische Anordnungen (Umbenennung einer Poststelle) gelten nicht als Verfügungen i.S. von Art. 5 Abs. 1 VwVG, weil niemandem gegenüber Rechte und Pflichten begründet werden.\nDas Urteil zeigt die Grenzen der Anwendung des VwVG bei rein organisatorischen Massnahmen ohne Regelungscharakter.\n\n> «Organisatorische Anordnungen (hier: Umbenennung einer Poststelle) gelten nicht als Verfügungen i.S. von Art. 5 Abs. 1 VwVG, weil niemandem gegenüber Rechte und Pflichten begründet werden. Derartige Anordnungen können daher nicht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde angefochten werden.»", "summary_fr": "## Vue d'ensemble\n\nL'art. 1 PA détermine quand la loi sur la procédure administrative s'applique. La loi vaut pour toutes les affaires administratives des autorités fédérales qui sont réglées par une décision (décision administrative ayant des effets juridiques).\n\n**Qui est concerné ?** La PA saisit toutes les autorités fédérales : le Conseil fédéral, les départements, l'administration fédérale, les services du Parlement, les tribunaux fédéraux dans leurs tâches administratives et aussi les organisations privées lorsqu'elles accomplissent des tâches fédérales. Par exemple, l'Office suisse de perception pour les redevances de radio et de télévision est une autorité fédérale parce qu'elle exerce des tâches souveraines.\n\n**Quelles sont les conséquences ?** Lorsqu'une autorité fédérale applique la PA, toutes les prescriptions de procédure doivent être respectées. Les personnes concernées ont droit d'être entendues (audition avant la décision), à la motivation de la décision et au recours. Les violations de ces règles peuvent être dénoncées devant le Tribunal administratif fédéral ou le Tribunal fédéral.\n\n**Restriction importante :** La PA ne s'applique que subsidiairement. Lorsque des lois fédérales spéciales prévoient d'autres règles de procédure, celles-ci priment. De plus, elle ne vaut que pour les autorités fédérales - les autorités cantonales appliquent leurs propres lois sur la procédure administrative, même lorsqu'elles exécutent le droit fédéral.\n\n**Exemple :** Une citoyenne demande à l'Office fédéral de la santé publique l'autorisation d'un médicament. L'office doit procéder selon la PA : il doit entendre la citoyenne, motiver la décision et rendre une décision attaquable.", "doctrine_fr": "## Doctrine\n\n### Histoire de la genèse\n\n**N. 1** La PA a été adoptée le 20 décembre 1968 et est entrée en vigueur le 1er octobre 1969. Par cette loi, le législateur fédéral a créé pour la première fois une codification complète de la procédure administrative au niveau fédéral. Le message du Conseil fédéral du 24 septembre 1965 (FF 1965 II 1283) souligne que la loi devait renforcer les garanties de l'État de droit dans la procédure administrative et uniformiser la pratique jusqu'alors hétérogène.\n\n**N. 2** Le législateur s'est orienté lors de l'élaboration sur les lois cantonales de procédure administrative déjà existantes, notamment celles de Berne (1909), de Soleure (1915) et de Zurich (1959). Le message précise que la PA a été conçue délibérément comme une loi-cadre qui laisse de la place aux dérogations prévues par des lois spéciales (FF 1965 II 1290).\n\n### Classification systématique\n\n**N. 3** L'art. 1 PA définit le champ d'application matériel et personnel de la loi. La norme se trouve au début du premier chapitre (« Généralités ») et forme, avec l'art. 2 (exceptions au champ d'application), l'art. 3 (champ d'application territorial) et l'art. 4 (réserve du droit fédéral), les fondements pour l'application de l'ensemble de la loi.\n\n**N. 4** La PA est une loi générale de procédure qui s'applique subsidiairement aux dispositions procédurales des lois spéciales. Cette subsidiarité découle de l'art. 4 PA et marque l'application de l'ensemble de la loi. La position systématique de l'art. 1 PA comme norme d'entrée souligne son importance fondamentale pour la détermination du champ d'application.\n\n### Éléments constitutifs / Contenu de la norme\n\n**N. 5** Les **affaires administratives** au sens de l'al. 1 sont toutes les matières qui sont traitées par l'action souveraine de l'administration. La notion ne comprend pas seulement l'administration d'intervention classique, mais aussi l'administration de prestation. Le caractère de droit public de la matière est déterminant (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3e éd. 2023, art. 1 N 8).\n\n**N. 6** Les **décisions** sont, selon la définition légale de l'art. 5 PA, des ordres souverains des autorités dans un cas d'espèce qui visent un effet juridique. La décision est l'instrument d'action central de l'administration et le point d'ancrage pour la protection juridique (→ art. 5 PA).\n\n**N. 7** Les **autorités administratives fédérales** ne sont pas énumérées de manière exhaustive à l'al. 2. La let. a couvre l'administration fédérale centrale, la let. b les organes de l'Assemblée fédérale, la let. c les tribunaux fédéraux pour les actes administratifs en dehors de leur activité juridictionnelle, la let. d les établissements et entreprises fédéraux autonomes, la let. e les personnes de droit public ou privé dans l'accomplissement de tâches fédérales transférées.\n\n**N. 8** La qualification comme autorité fédérale dépend, pour les entités organisées selon le droit privé, de savoir si elles sont dotées de prérogatives de puissance publique et accomplissent des tâches fédérales. Le Tribunal fédéral l'a admis par exemple pour l'Office suisse de perception pour les taxes de réception radio et télévision (**ATF 130 III 524**).\n\n### Conséquences juridiques\n\n**N. 9** S'il y a une affaire administrative d'une autorité fédérale qui doit être tranchée par décision, la PA s'applique. Cela signifie que les principes procéduraux des art. 5 ss PA doivent être respectés, notamment l'obligation de rendre une décision (art. 5), les règles de compétence (art. 7 ss), le droit d'être entendu (art. 29 ss) et les dispositions sur les voies de recours (art. 44 ss).\n\n**N. 10** L'applicabilité de la PA fonde des droits procéduraux subjectifs pour les personnes concernées. Elles peuvent exiger le respect des dispositions procédurales et invoquer leur violation par voie de recours (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8e éd. 2020, N 897).\n\n### Points controversés\n\n**N. 11** **Étendue de la liste des autorités** : Il est controversé de savoir si l'énumération de l'al. 2 est exhaustive. La doctrine et la pratique dominantes partent d'une énumération non exhaustive, ce qui ressort du libellé (« Sont considérées comme autorités [...] ») (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2e éd. 2019, art. 1 N 15 ; d'un avis contraire quelques doctrines anciennes isolées).\n\n**N. 12** **Privés avec des tâches fédérales** : Il est discuté de manière controversée à quelles conditions les privés valent comme autorités fédérales au sens de l'art. 1 al. 2 let. e PA. Waldmann/Weissenberger exigent cumulativement le transfert d'une tâche fédérale et l'attribution de prérogatives de puissance publique (Praxiskommentar VwVG, art. 1 N 42). Auer/Müller/Schindler se fondent principalement sur la notion fonctionnelle d'autorité et laissent l'organisation formelle au second plan (Kommentar VwVG, art. 1 N 38).\n\n**N. 13** **Délimitation par rapport aux actes matériels** : La doctrine n'est pas unanime sur la portée de la notion d'« affaires administratives ». Tandis que Tschannen/Zimmerli/Müller n'y incluent que les décisions et les actes similaires aux décisions (Allgemeines Verwaltungsrecht, 4e éd. 2014, § 29 N 8), Häfelin/Müller/Uhlmann défendent une interprétation plus large qui couvre aussi les actes matériels, dans la mesure où c'est prévu par une loi spéciale (Allgemeines Verwaltungsrecht, N 899).\n\n### Conseils pratiques\n\n**N. 14** Lors de l'examen de l'applicabilité de la PA, il convient toujours de procéder en trois étapes : (1) S'agit-il d'une autorité fédérale ? (2) S'agit-il d'une affaire administrative ? (3) L'affaire doit-elle être tranchée par décision ? Ce n'est qu'en cas de réalisation cumulative de toutes les conditions que la PA est applicable.\n\n**N. 15** La subsidiarité de la PA (art. 4) doit toujours être respectée. Avant l'application de la PA, il faut examiner s'il existe des dispositions procédurales de lois spéciales. Celles-ci priment sur la PA, mais la PA comble les lacunes (↔ art. 4 PA).\n\n**N. 16** En cas d'incertitude sur la qualité d'autorité, il faut se fonder sur la fonction matérielle : si une entité accomplit des tâches souveraines de la Confédération et peut prendre des ordres unilatéralement contraignants, il faut partir du principe qu'il s'agit d'une autorité fédérale, indépendamment de la forme juridique.", "caselaw_fr": "## Jurisprudence\n\n### Champ d'application et autorités fédérales\n\n**ATF 130 III 524** du 29 juin 2004\nL'Office suisse de perception pour les redevances de réception radio et télévision est intégralement intégré dans la procédure administrative de la Confédération et constitue par conséquent une autorité fédérale au sens de l'art. 1 al. 2 let. e PA.\nCette décision clarifie la qualification d'entités organisées selon le droit privé comme autorités fédérales au sens de la PA.\n\n> « L'Office suisse de perception pour les redevances de réception radio et télévision est compétent pour rendre une décision de première instance (art. 48 al. 2 let. c ORTV). Dans l'exercice de cette fonction, la recourante - à l'instar d'une division de l'administration fédérale - statue en première instance pour l'ensemble du territoire suisse en application de la PA. Cette décision peut faire l'objet d'un recours auprès de l'OFCOM (art. 50 al. 3 ORTV). En dernière instance, le recours de droit administratif au Tribunal fédéral est admissible. La recourante est ainsi intégralement intégrée dans la procédure administrative de la Confédération et constitue par conséquent une autorité fédérale au sens de l'art. 1 al. 2 let. e PA. »\n\n### Subsidiarité par rapport au droit spécial\n\n**ATF 122 V 412** de 1996\nContrairement au libellé de l'art. 90 al. 2 LAMal, la PA est applicable à la procédure devant la Commission fédérale de recours pour la liste des spécialités.\nL'arrêt montre que la PA peut s'appliquer même lorsque des lois spéciales prévoient d'autres règles de procédure.\n\n> « Selon l'art. 90 al. 2 LAMal, la procédure de recours devant la Commission fédérale de recours pour la liste des spécialités se déroule selon la loi sur l'organisation judiciaire (OJ). Selon l'instance précédente, contrairement au libellé de cette disposition légale, les dispositions de la loi sur la procédure administrative (PA) sont applicables. »\n\n### Exceptions au champ d'application\n\n**ATF 117 V 185** du 10 septembre 1991\nL'art. 56 PA offre une base pour les mesures provisionnelles dans le droit fédéral, bien que cela ne soit pas expressément prévu selon l'énumération (non exhaustive) de l'art. 1 al. 3 PA.\nL'arrêt montre que l'énumération de l'art. 1 al. 3 PA n'est pas exhaustive.\n\n> « L'art. 56 PA offre à cet égard une base dans le droit fédéral, bien que cela ne soit pas expressément prévu selon l'énumération (non exhaustive) de l'art. 1 al. 3 PA. »\n\n**ATF 108 Ib 540** du 3 décembre 1982\nLa communication à une partie que sa requête a été transmise à l'autorité compétente au sens de l'art. 8 PA constitue une décision au sens de l'art. 9 al. 2 PA, pour autant que la partie ait invoqué la compétence de l'autorité saisie.\nCette décision montre le caractère subsidiaire de la PA dans les questions de compétence.\n\n> « La communication à une partie que sa requête a été transmise à l'autorité compétente au sens de l'art. 8 PA constitue une décision au sens de l'art. 9 al. 2 PA, pour autant que la partie ait invoqué la compétence de l'autorité saisie. »\n\n### Application aux organisations paraétatiques\n\n**ATF 119 V 456** de 1993\nLes experts de la Commission fédérale des médicaments (CFM) sont soumis aux dispositions générales de récusation de l'art. 10 al. 1 PA.\nCe cas illustre l'application de la PA aux institutions paraétatiques dans l'accomplissement de tâches fédérales.\n\n> « Les experts de la CFM ne sont pas soumis aux règles spéciales de récusation des art. 22 et 23 OJ applicables aux juges. En revanche, les dispositions générales de récusation de l'art. 10 al. 1 PA sont applicables. »\n\n### Délimitation en cas d'actes matériels\n\n**ATF 103 Ib 253** du 11 août 1977\nLa décision par laquelle l'autorité fédérale compétente refuse l'autorisation demandée par une autorité judiciaire pour qu'un fonctionnaire témoigne ou produise des actes n'est pas une décision au sens de l'art. 5 PA.\nL'arrêt montre les limites de l'application de la PA dans les affaires administratives internes.\n\n> « La décision par laquelle l'autorité fédérale compétente refuse l'autorisation demandée par une autorité judiciaire pour qu'un fonctionnaire témoigne ou produise des actes n'est pas une décision au sens de l'art. 5 PA. »\n\n### Renvoi à d'autres instances\n\n**ATF 110 Ib 96** du 1er mai 1984\nLorsqu'une instance de recours renvoie un recours au sens de l'art. 47 al. 2 PA à une instance supérieure, le renvoi seul ne constitue pas une décision attaquable, pour autant que l'incompétence de l'autorité qui renvoie soit incontestée.\nCette décision montre l'application pratique de la délimitation des compétences entre différentes autorités fédérales.\n\n> « Lorsqu'une instance de recours renvoie un recours au sens de l'art. 47 al. 2 PA à une instance supérieure, le renvoi seul ne constitue pas une décision attaquable au sens de l'art. 97 al. 1 OJ en relation avec l'art. 5 PA, pour autant que l'incompétence de l'autorité qui renvoie soit incontestée. »\n\n### Mesures d'organisation\n\n**ATF 109 Ib 253** de 1983\nLes mesures d'organisation (changement de dénomination d'un bureau de poste) ne sont pas considérées comme des décisions au sens de l'art. 5 al. 1 PA, car elles ne créent de droits et d'obligations à l'égard de personne.\nL'arrêt montre les limites de l'application de la PA aux mesures purement organisationnelles sans caractère réglementaire.\n\n> « Les mesures d'organisation (en l'espèce : changement de dénomination d'un bureau de poste) ne sont pas considérées comme des décisions au sens de l'art. 5 al. 1 PA, car elles ne créent de droits et d'obligations à l'égard de personne. De telles mesures ne peuvent par conséquent pas faire l'objet d'un recours de droit administratif. »", "summary_it": "## Panoramica\n\nL'art. 1 LPA stabilisce quando si applica la legge sulla procedura amministrativa. La legge si applica a tutti gli affari amministrativi delle autorità federali che vengono sbrigati mediante una decisione (decisione autoritativa con effetti giuridici).\n\n**Chi è interessato?** La LPA comprende tutte le autorità federali: il Consiglio federale, i dipartimenti, l'Amministrazione federale, i servizi del Parlamento, i tribunali federali per i compiti amministrativi e anche le organizzazioni private quando adempiono compiti federali. Per esempio, l'Ufficio svizzero di riscossione delle tasse di radiotelevisione è un'autorità federale perché esercita compiti sovrani.\n\n**Quali sono le conseguenze?** Quando un'autorità federale applica la LPA, devono essere rispettate tutte le prescrizioni procedurali. Gli interessati hanno diritto al diritto di essere sentiti (audizione prima delle decisioni), alla motivazione della decisione e al ricorso. Le violazioni di queste regole possono essere denunciate dinanzi al Tribunale amministrativo federale o al Tribunale federale.\n\n**Importante limitazione:** La LPA si applica solo in via sussidiaria. Se leggi federali speciali prevedono altre regole procedurali, queste hanno la precedenza. Inoltre si applica solo alle autorità federali - le autorità cantonali applicano le proprie leggi sulla procedura amministrativa, anche quando eseguono il diritto federale.\n\n**Esempio:** Una cittadina richiede all'Ufficio federale della sanità pubblica l'autorizzazione di un medicamento. L'Ufficio deve procedere secondo la LPA: deve sentire la cittadina, motivare la decisione ed emanare una decisione impugnabile.", "doctrine_it": "## Dottrina\n\n### Storia della genesi\n\n**N. 1** La PA è stata emanata il 20 dicembre 1968 ed è entrata in vigore il 1° ottobre 1969. Con questa legge il legislatore federale ha creato per la prima volta una codificazione completa della procedura amministrativa a livello federale. Il messaggio del Consiglio federale del 24 settembre 1965 (FF 1965 II 1283) sottolinea che la legge doveva rafforzare le garanzie dello Stato di diritto nella procedura amministrativa e uniformare la prassi fino ad allora disomogenea.\n\n**N. 2** Il legislatore si è orientato nella stesura sulle leggi cantonali di procedura amministrativa già esistenti, in particolare quelle di Berna (1909), Soletta (1915) e Zurigo (1959). Il messaggio stabilisce che la PA è stata concepita consapevolmente come legge quadro, che lascia spazio a deroghe da parte di leggi speciali (FF 1965 II 1290).\n\n### Classificazione sistematica\n\n**N. 3** L'art. 1 PA definisce l'ambito di applicazione materiale e personale della legge. La norma si trova all'inizio del primo capitolo («Disposizioni generali») e forma insieme all'art. 2 (eccezioni all'ambito di applicazione), all'art. 3 (ambito di applicazione territoriale) e all'art. 4 (riserva del diritto federale) le basi per l'applicazione dell'intera legge.\n\n**N. 4** La PA è una legge procedurale generale che si applica sussidiariamente alle disposizioni procedurali delle leggi speciali. Questa sussidiarietà risulta dall'art. 4 PA e caratterizza l'applicazione dell'intera legge. La posizione sistematica dell'art. 1 PA come norma di apertura sottolinea la sua importanza fondamentale per la determinazione dell'ambito di applicazione.\n\n### Elementi costitutivi della fattispecie / Contenuto della norma\n\n**N. 5** **Affari amministrativi** nel senso del cpv. 1 sono tutte le questioni che vengono risolte mediante atti autoritativi dell'amministrazione. Il concetto comprende non solo la classica amministrazione di intervento, ma anche l'amministrazione di prestazione. Decisivo è il carattere di diritto pubblico della materia (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3a ed. 2023, art. 1 n. 8).\n\n**N. 6** **Decisioni** sono secondo la definizione legale dell'art. 5 PA disposizioni autorititative delle autorità nel caso singolo, dirette a produrre effetti giuridici. La decisione è lo strumento d'azione centrale dell'amministrazione e punto di riferimento per la tutela giuridica (→ art. 5 PA).\n\n**N. 7** **Autorità amministrative federali** non sono elencate in modo esaustivo nel cpv. 2. La lett. a comprende l'amministrazione federale centrale, la lett. b gli organi dell'Assemblea federale, la lett. c i tribunali federali per atti amministrativi al di fuori della loro attività giurisdizionale, la lett. d gli istituti e le aziende federali autonome, la lett. e le persone di diritto pubblico o privato nell'adempimento di compiti federali loro trasferiti.\n\n**N. 8** La qualificazione come autorità federale dipende, nel caso di enti organizzati secondo il diritto privato, dal fatto che siano dotati di poteri autoritativi e svolgano compiti federali. Il Tribunale federale lo ha affermato ad esempio per l'Ufficio svizzero di riscossione delle tasse di ricezione radiotelevisiva (**DTF 130 III 524**).\n\n### Conseguenze giuridiche\n\n**N. 9** Se si tratta di un affare amministrativo di un'autorità federale che deve essere risolto mediante decisione, si applica la PA. Ciò significa che devono essere osservati i principi procedurali degli art. 5 segg. PA, in particolare l'obbligo di decisione (art. 5), le regole di competenza (art. 7 segg.), il diritto di essere sentito (art. 29 segg.) e le disposizioni sui rimedi giuridici (art. 44 segg.).\n\n**N. 10** L'applicabilità della PA fonda per gli interessati diritti procedurali soggettivi. Essi possono esigere l'osservanza delle disposizioni procedurali e censurarne la violazione con ricorso (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8a ed. 2020, n. 897).\n\n### Questioni controverse\n\n**N. 11** **Portata dell'elenco delle autorità**: È controverso se l'enumerazione del cpv. 2 sia esaustiva. La dottrina e la prassi dominanti partono da un'enumerazione non esaustiva, il che risulta dal tenore letterale («Come autorità [...] valgono») (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2a ed. 2019, art. 1 n. 15; opinione diversa in alcune opinioni dottrinali più datate).\n\n**N. 12** **Privati con compiti federali**: Si discute in modo controverso a quali condizioni i privati valgano come autorità federali nel senso dell'art. 1 cpv. 2 lett. e PA. Waldmann/Weissenberger richiedono cumulativamente il trasferimento di un compito federale e la dotazione di poteri autoritativi (Praxiskommentar VwVG, art. 1 n. 42). Auer/Müller/Schindler si basano principalmente sul concetto funzionale di autorità e fanno passare in secondo piano l'organizzazione formale (Kommentar VwVG, art. 1 n. 38).\n\n**N. 13** **Delimitazione rispetto agli atti materiali**: La dottrina è divisa sulla portata del concetto «affari amministrativi». Mentre Tschannen/Zimmerli/Müller vi fanno rientrare solo le decisioni e gli atti simili a decisioni (Allgemeines Verwaltungsrecht, 4a ed. 2014, § 29 n. 8), Häfelin/Müller/Uhlmann sostengono un'interpretazione più ampia che comprende anche gli atti materiali, nella misura in cui previsto da leggi speciali (Allgemeines Verwaltungsrecht, n. 899).\n\n### Indicazioni pratiche\n\n**N. 14** Nell'esame dell'applicabilità della PA bisogna sempre procedere in tre fasi: (1) Si tratta di un'autorità federale? (2) Si tratta di un affare amministrativo? (3) La questione deve essere risolta mediante decisione? Solo se tutti i presupposti sono cumulativamente soddisfatti la PA è applicabile.\n\n**N. 15** La sussidiarietà della PA (art. 4) deve essere sempre osservata. Prima di applicare la PA bisogna esaminare se esistono disposizioni procedurali di leggi speciali. Queste precedono la PA, ma la PA colma le lacune (↔ art. 4 PA).\n\n**N. 16** In caso di incertezza sulla qualifica di autorità bisogna basarsi sulla funzione materiale: se un ente svolge compiti autoritativi della Confederazione e può emettere disposizioni unilateralmente vincolanti, si deve presumere un'autorità federale, indipendentemente dalla forma giuridica.", "caselaw_it": "## Giurisprudenza\n\n### Campo d'applicazione e autorità federali\n\n**BGE 130 III 524** del 29 giugno 2004\nIl Servizio svizzero di incasso per le tasse di ricezione radio-televisive è completamente integrato nella procedura amministrativa della Confederazione e costituisce pertanto un'autorità federale ai sensi dell'art. 1 cpv. 2 lett. e PA.\nLa decisione chiarisce la qualificazione di entità organizzate secondo il diritto privato come autorità federali ai sensi della PA.\n\n> «Il Servizio svizzero di incasso per le tasse di ricezione radio-televisive è competente per emanare una decisione di prima istanza (art. 48 cpv. 2 lett. c ORTV). Nell'esercizio di questa funzione, la ricorrente emana - analogamente a una divisione dell'amministrazione federale - decisioni di prima istanza applicando la PA per tutto il territorio svizzero. Questa decisione può essere impugnata presso l'UFCOM (art. 50 cpv. 3 ORTV). In ultima istanza è ammissibile il ricorso di diritto amministrativo al Tribunale federale. La ricorrente è pertanto completamente integrata nella procedura amministrativa della Confederazione e costituisce quindi un'autorità federale ai sensi dell'art. 1 cpv. 2 lett. e PA.»\n\n### Sussidiarietà rispetto al diritto speciale\n\n**BGE 122 V 412** del 1996\nContrariamente al tenore letterale dell'art. 90 cpv. 2 LAMal, alla procedura dinanzi alla Commissione federale di ricorso per la lista delle specialità si applica la PA.\nLa sentenza mostra che la PA può trovare applicazione anche quando leggi speciali prevedono altre disposizioni procedurali.\n\n> «Secondo l'art. 90 cpv. 2 LAMal la procedura di ricorso dinanzi alla Commissione federale di ricorso per la lista delle specialità si regge secondo la legge federale sull'organizzazione giudiziaria (OG). Secondo il parere dell'istanza inferiore, contrariamente al tenore letterale di questa disposizione legale, sono applicabili le disposizioni della legge sulla procedura amministrativa (PA).»\n\n### Eccezioni al campo d'applicazione\n\n**BGE 117 V 185** del 10 settembre 1991\nL'art. 56 PA offre una base per misure cautelari nel diritto federale, benché ciò non sia espressamente previsto secondo l'enumerazione (non esaustiva) dell'art. 1 cpv. 3 PA.\nLa sentenza mostra che l'enumerazione dell'art. 1 cpv. 3 PA non è esaustiva.\n\n> «L'art. 56 PA offre a tale scopo una base nel diritto federale, benché ciò non sia espressamente previsto secondo l'enumerazione (non esaustiva) dell'art. 1 cpv. 3 PA.»\n\n**BGE 108 Ib 540** del 3 dicembre 1982\nLa comunicazione a una parte che la sua istanza è stata trasmessa all'autorità competente ai sensi dell'art. 8 PA è una decisione ai sensi dell'art. 9 cpv. 2 PA, purché la parte abbia sostenuto la competenza dell'autorità adita.\nLa decisione mostra il carattere sussidiario della PA nelle questioni di competenza.\n\n> «La comunicazione a una parte che la sua istanza è stata trasmessa all'autorità competente ai sensi dell'art. 8 PA è una decisione ai sensi dell'art. 9 cpv. 2 PA, purché la parte abbia sostenuto la competenza dell'autorità adita.»\n\n### Applicazione presso organizzazioni parastatali\n\n**BGE 119 V 456** del 1993\nGli esperti della Commissione federale dei medicamenti (CFM) sottostanno alle disposizioni generali sulla ricusazione dell'art. 10 cpv. 1 PA.\nIl caso illustra l'applicazione della PA a istituzioni parastatali nell'adempimento di compiti federali.\n\n> «Gli esperti della CFM non sottostanno alle disposizioni speciali sulla ricusazione per i giudici degli art. 22 e 23 OG. Tuttavia sono applicabili le disposizioni generali sulla ricusazione dell'art. 10 cpv. 1 PA.»\n\n### Delimitazione negli atti reali\n\n**BGE 103 Ib 253** dell'11 agosto 1977\nLa decisione con cui l'autorità federale competente rifiuta l'autorizzazione richiesta da un'autorità giudiziaria per la testimonianza di un funzionario o l'edizione di atti non è una decisione ai sensi dell'art. 5 PA.\nLa sentenza mostra i limiti dell'applicazione della PA nelle questioni amministrative interne.\n\n> «La decisione con cui l'autorità federale competente rifiuta l'autorizzazione richiesta da un'autorità giudiziaria per la testimonianza di un funzionario o l'edizione di atti non è una decisione ai sensi dell'art. 5 PA.»\n\n### Trasmissione ad altre istanze\n\n**BGE 110 Ib 96** del 1° maggio 1984\nSe un'istanza di ricorso trasmette un ricorso ai sensi dell'art. 47 cpv. 2 PA a un'istanza superiore, la trasmissione da sola non costituisce una decisione impugnabile, purché l'incompetenza dell'autorità trasmittente sia incontestata.\nLa decisione mostra l'applicazione pratica della delimitazione delle competenze tra diverse autorità federali.\n\n> «Se un'istanza di ricorso trasmette un ricorso ai sensi dell'art. 47 cpv. 2 PA a un'istanza superiore, la trasmissione da sola non costituisce una decisione impugnabile ai sensi dell'art. 97 cpv. 1 OG in relazione all'art. 5 PA, purché l'incompetenza dell'autorità trasmittente sia incontestata.»\n\n### Disposizioni organizzative\n\n**BGE 109 Ib 253** del 1983\nLe disposizioni organizzative (ridenominazione di un ufficio postale) non valgono come decisioni ai sensi dell'art. 5 cpv. 1 PA, poiché non vengono costituiti diritti e doveri nei confronti di nessuno.\nLa sentenza mostra i limiti dell'applicazione della PA nelle misure puramente organizzative senza carattere normativo.\n\n> «Le disposizioni organizzative (qui: ridenominazione di un ufficio postale) non valgono come decisioni ai sensi dell'art. 5 cpv. 1 PA, poiché non vengono costituiti diritti e doveri nei confronti di nessuno. Tali disposizioni non possono pertanto essere impugnate con ricorso di diritto amministrativo.»", "summary_en": "", "doctrine_en": "", "caselaw_en": "", "fedlex_url": "https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1969/737_757_755/de#art_1", "in_force_since": "", "summary_version": 1, "summary_last_generated": "2026-03-11", "summary_quality_score": 0.92, "doctrine_version": 1, "doctrine_last_generated": "2026-03-11", "doctrine_quality_score": 0.92, "caselaw_version": 1, "caselaw_last_generated": "2026-03-11", "caselaw_quality_score": 0.91} {"law": "VwVG", "article": 2, "article_suffix": "", "title": "Teilweise Anwendbarkeit", "sr_number": "172.021", "summary_de": "# Art. 2 VwVG — Übersicht\n\nArtikel 2 VwVG regelt die teilweise Anwendbarkeit des Verwaltungsverfahrensgesetzes in bestimmten Sonderverfahren. Das Gesetz gilt in vier speziellen Bereichen nicht vollständig, sondern nur eingeschränkt.\n\n**Steuerverfahren** sind der wichtigste Ausnahmebereich. Bei der direkten Bundessteuer, Mehrwertsteuer und anderen Bundessteuern gelten die VwVG-Regeln zum rechtlichen Gehör (Recht auf Anhörung vor einem Entscheid) und zur Sachverhaltsermittlung nicht. Die Steuerbehörden können deshalb flexibler vorgehen. Trotzdem bleiben wichtige Verfahrensregeln anwendbar, etwa die Zustellung von Verfügungen und Fristen.\n\n**Prüfungsverfahren** für Berufsprüfungen oder Fähigkeitsnachweise unterliegen noch strikteren Einschränkungen. Hier gelten nur wenige VwVG-Artikel, etwa zur Begründung von Verfügungen und zum Ausstand (wenn ein Prüfer befangen ist). Dies gibt Prüfungsbehörden grossen Spielraum bei der Verfahrensgestaltung.\n\n**Enteignungsverfahren** folgen primär dem speziellen Enteignungsgesetz. Das VwVG ergänzt nur dort, wo das Enteignungsgesetz keine eigenen Regeln hat.\n\n**Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht** richten sich nach dem Verwaltungsgerichtsgesetz, nicht nach dem VwVG.\n\nDie Norm ist wichtig, weil sie verhindert, dass das allgemeine Verwaltungsverfahrensrecht überall gleich starr angewendet wird. Beispiel: Ein Arzt, der eine Berufsanerkennung beantragt, kann sich nicht auf alle VwVG-Verfahrensrechte berufen. Die Prüfungsbehörde muss ihm aber trotzdem ihre Entscheidung begründen.\n\nBetroffen sind alle, die in diesen vier Spezialverfahren als Parteien auftreten. Die Rechtsfolge ist eine reduzierte Verfahrensausstattung – weniger Mitwirkungsrechte, aber weiterhin Schutz durch die Verfassung.", "doctrine_de": "# Art. 2 VwVG — Doktrin\n\n## Entstehungsgeschichte\n\n**N. 1** Der Gesetzgeber hat mit Art. 2 VwVG bewusst Ausnahmen vom Geltungsbereich des VwVG geschaffen. Die Botschaft zum VwVG vom 24. September 1965 (BBl 1965 II 1306 ff.) führt aus, dass bestimmte Verfahren aufgrund ihrer besonderen Natur nicht oder nur teilweise dem allgemeinen Verwaltungsverfahrensrecht unterstellt werden sollten. Besonders hervorzuheben ist die Ausklammerung des Steuerverfahrens (Abs. 1), welches mit dem \"weiten Handlungsspielraum\" der Behörden begründet wurde, der nicht durch eine gerichtliche Kontrolle eingeschränkt werden sollte (BBl 1965 II 1307 f.). Die Revision vom 19. Juni 2020 (AS 2020 4085; BBl 2018 4713) passte Absatz 3 an das modernisierte Enteignungsrecht an.\n\n## Systematische Einordnung\n\n**N. 2** Art. 2 VwVG steht systematisch zwischen der allgemeinen Geltungsbereichsbestimmung (Art. 1 VwVG) und den Ausnahmebereichen (Art. 3 VwVG). Während Art. 1 VwVG den positiven Geltungsbereich umschreibt und Art. 3 VwVG vollständige Ausnahmen statuiert, regelt Art. 2 VwVG die partielle Anwendbarkeit des VwVG auf bestimmte Verfahrensarten (→ Art. 1 VwVG; → Art. 3 VwVG). \n\n**N. 3** Die Norm konkretisiert das Subsidiaritätsprinzip des Art. 1 Abs. 2 VwVG für spezifische Verfahrenstypen. Sie schafft einen differenzierten Anwendungsbereich, indem sie bestimmte VwVG-Normen für anwendbar erklärt, andere aber ausschliesst (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 2 N 1).\n\n## Tatbestandsmerkmale / Norminhalt\n\n### Steuerverfahren (Abs. 1)\n\n**N. 4** Absatz 1 schliesst für das Steuerverfahren die Art. 12–19 VwVG (rechtliches Gehör) und Art. 30–33 VwVG (Sachverhaltsfeststellung) aus. Anwendbar bleiben insbesondere der Verfügungsbegriff (Art. 5 VwVG), die Zustellungsvorschriften (Art. 34–38 VwVG) und die Fristen (Art. 20–24 VwVG) (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 2 N 3).\n\n**N. 5** Als \"Steuerverfahren\" gelten Verfahren betreffend direkte Bundessteuer, Mehrwertsteuer, Verrechnungssteuer, Stempelabgaben und Zölle. Das Bundesverwaltungsgericht hat präzisiert, dass die spezialgesetzlichen Bestimmungen des Steuerrechts dem VwVG vorgehen, soweit sie eigene Verfahrensregeln vorsehen (A-6175/2013 vom 12. Februar 2015; A-2682/2007 vom 7. Oktober 2010).\n\n### Prüfungsverfahren (Abs. 2)\n\n**N. 6** Für Berufs-, Fach- und andere Fähigkeitsprüfungen gilt das VwVG nur sehr eingeschränkt. Anwendbar sind lediglich die Art. 4–6 VwVG (Ausstandsbestimmungen), Art. 10 VwVG (Beglaubigungen), Art. 34 VwVG (Eröffnung schriftlicher Verfügungen), Art. 35 VwVG (Begründung), Art. 37 VwVG (Eröffnung ohne Begründung) und Art. 38 VwVG (Publikation) (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N 1622).\n\n**N. 7** Der Begriff \"Fähigkeitsprüfungen\" ist weit zu verstehen und umfasst alle hoheitlichen Prüfungen, die der Feststellung von Kenntnissen oder Fähigkeiten dienen, unabhängig davon, ob sie zu einem formellen Abschluss führen (Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 29 N 12).\n\n### Enteignungsverfahren (Abs. 3)\n\n**N. 8** Das Enteignungsverfahren folgt primär dem Enteignungsgesetz (EntG; SR 711). Das VwVG gilt subsidiär, soweit das EntG keine abweichenden Bestimmungen enthält. Die Verweisung wurde durch die Revision vom 19. Juni 2020 präzisiert und verweist nun auf das \"Bundesgesetz vom 20. Juni 1930 über die Enteignung\" (Waldmann/Weissenberger, Art. 2 N 15).\n\n### Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht (Abs. 4)\n\n**N. 9** Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich primär nach dem Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; SR 173.32). Das VwVG gilt nur subsidiär (↔ Art. 37 VGG). Diese Bestimmung wurde mit der Justizreform und der Schaffung des Bundesverwaltungsgerichts per 1. Januar 2007 eingefügt (AS 2006 2197).\n\n## Rechtsfolgen\n\n**N. 10** Die Rechtsfolge von Art. 2 VwVG ist die partielle Anwendbarkeit des VwVG. In den genannten Verfahren gelten nur die nicht ausgeschlossenen Bestimmungen des VwVG. Für die ausgeschlossenen Bereiche greifen entweder spezialgesetzliche Verfahrensbestimmungen oder allgemeine Rechtsgrundsätze, insbesondere die verfassungsmässigen Verfahrensgarantien (→ Art. 29 BV).\n\n**N. 11** Die Behörden müssen in jedem Einzelfall prüfen, welche VwVG-Bestimmungen anwendbar sind. Bei Unklarheiten gilt der Grundsatz, dass Ausnahmen eng auszulegen sind und im Zweifel das VwVG zur Anwendung kommt (BGE 122 V 412 E. 2b).\n\n## Streitstände\n\n**N. 12** In der Lehre ist umstritten, ob die Aufzählung der anwendbaren Artikel in Abs. 2 abschliessend ist. Waldmann/Weissenberger (Art. 2 N 11) vertreten die Auffassung, dass die Aufzählung exhaustiv sei und keine weiteren VwVG-Bestimmungen anwendbar seien. Demgegenüber plädieren Auer/Müller/Schindler (Art. 2 N 8) für eine weniger strikte Auslegung und lassen die analoge Anwendung weiterer VwVG-Normen zu, wenn dies aus rechtsstaatlichen Gründen geboten erscheint.\n\n**N. 13** Kontrovers diskutiert wird auch die Reichweite des Begriffs \"Steuerverfahren\" in Abs. 1. Während Moor/Poltier (Droit administratif, Vol. II, 3. Aufl. 2011, S. 287) eine enge Auslegung befürworten und nur die klassischen Steuerveranlagungs- und Steuererhebungsverfahren erfasst sehen wollen, plädiert die Praxis für eine weite Auslegung, die alle steuerrechtlichen Nebenverfahren einschliesst (A-4556/2011 vom 27. März 2012).\n\n## Praxishinweise\n\n**N. 14** Bei der Anwendung von Art. 2 VwVG ist zunächst zu prüfen, ob überhaupt eines der in Art. 2 VwVG genannten Spezialverfahren vorliegt. Die Qualifikation muss anhand der materiellen Natur des Verfahrens und nicht der formellen Bezeichnung erfolgen.\n\n**N. 15** In Steuerverfahren bleiben trotz Abs. 1 die verfassungsmässigen Verfahrensgarantien anwendbar. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV muss auch ohne Anwendbarkeit der Art. 12–19 VwVG gewährleistet werden (BGE 138 I 154 E. 2.2).\n\n**N. 16** Bei Mischsachverhalten – etwa wenn in einem Verfahren sowohl steuerrechtliche als auch andere verwaltungsrechtliche Fragen zu klären sind – ist für jeden Verfahrensteil gesondert zu bestimmen, welche Verfahrensbestimmungen zur Anwendung kommen. Im Zweifel ist zugunsten der Anwendbarkeit des VwVG zu entscheiden (A-1567/2006 vom 28. Dezember 2007 E. 2.3).", "caselaw_de": "# Art. 2 VwVG — Rechtsprechung\n\n## Abgrenzung zu Spezialgesetzen\n\n**BGE 142 II 433** vom 22. Juli 2016\nZollrechtliche Berichtigung; Abgrenzung zum VwVG\nDie Anwendung spezialgesetzlicher Bestimmungen geht dem VwVG vor, soweit das Spezialgesetz eigene Verfahrensregeln vorsieht.\n\n> «Art. 3 lit. e und Art. 12 VwVG finden neben den spezialgesetzlichen Bestimmungen des Zollrechts nur subsidiäre Anwendung. Das Zollgesetz regelt das Berichtigungsverfahren abschliessend.»\n\n**A-1783/2006** vom 20. Februar 2007 (BVGer)\nBundespersonalgesetz als lex specialis zum VwVG\nDas BPG derogiert das VwVG nur in spezifisch geregelten Bereichen; im Übrigen bleibt das VwVG anwendbar.\n\n> «Das BPG unterstellt das Verfahren in personalrechtlichen Angelegenheiten dem VwVG. Dieses bleibt als verfahrensrechtliche Grundordnung für das Handeln der Organisationseinheiten des Bundes in ihrer Funktion als Arbeitgeber weiterhin massgebend. Das BPG bilde nur in materiellrechtlicher Hinsicht die Grundordnung; in verfahrensrechtlicher Hinsicht komme diese Funktion dem VwVG zu.»\n\n## Verhältnis zu anderen Bundesgesetzen\n\n**BGE 122 V 412** vom 24. Dezember 1996\nKrankenversicherungsgesetz und VwVG\nEntgegen dem Wortlaut spezieller Verfahrensbestimmungen ist das VwVG grundsätzlich anwendbar, soweit keine explizite Derogation vorliegt.\n\n> «Entgegen dem Wortlaut des Art. 90 Abs. 2 KVG ist auf das Verfahren vor der Eidg. Rekurskommission für die Spezialitätenliste das VwVG im Rahmen der Verordnung über Organisation und Verfahren eidg. Rekurs- und Schiedskommissionen anwendbar.»\n\n**BGE 125 V 401** vom 19. November 1999\nKantonale Durchführungsorgane und Geltungsbereich des VwVG\nDas VwVG findet keine Anwendung auf kantonale Behörden, auch wenn sie Bundesrecht vollziehen.\n\n> «Da die kantonalen IV-Stellen keine Bundesverwaltungsbehörden sind, finden im Abklärungsverfahren vor den IV-Stellen die Bestimmungen des VwVG und des BZP keine Anwendung; das Verfahren richtet sich nach den Art. 69-77 IVV und den kantonalen Vorschriften.»\n\n## Auslegung von Ausnahmebestimmungen\n\n**BGE 130 III 524** vom 29. Juni 2004\nBundesbehörden im Sinne des VwVG\nDie Schweizerische Inkassostelle für Radio- und Fernsehempfangsgebühren ist vollumfänglich in das Verwaltungsverfahren des Bundes eingebettet.\n\n> «Die Schweizerische Inkassostelle für Radio- und Fernsehempfangsgebühren erlässt für das ganze Gebiet der Schweiz in Anwendung des VwVG erstinstanzlich Verfügungen, welche beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) und letztinstanzlich beim Bundesgericht angefochten werden können.»\n\n**BGE 101 Ib 306** vom 13. November 1975\nDelegierte Bundesverwaltung\nAuch Organisationen, die im Auftrag des Bundes hoheitlich tätig werden, unterstehen dem VwVG.\n\n> «Die Feststellung der Käseunion, dass ein Gesuchsteller den Anforderungen nicht genügt, ist eine von einer Behörde im Sinne von Art. 1 Abs. 2 lit. c VwVG erlassene Verfügung nach Art. 5 VwVG, die im Beschwerdeverfahren durch die AfL auf ihre Bundesrechtmässigkeit überprüft werden kann.»\n\n## Grundsatz der subsidiären Anwendung\n\n**BGE 138 I 154** vom 18. April 2012\nVerhältnis zwischen VwVG und Spezialgesetz\nWeder aus dem VwVG noch aus Spezialgesetzen ergibt sich eine generelle Pflicht zu bestimmten Verfahrensschritten, soweit nicht ausdrücklich geregelt.\n\n> «Weder aus VwVG noch RTVG ergibt sich eine generelle Pflicht zur Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels. Soweit Eingaben von Vorinstanz oder Gegenpartei Noven enthalten, die prozessual zulässig und materiell geeignet sind, den Entscheid zu beeinflussen, fliesst ein 'Replikrecht i.e.S.' unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV.»", "summary_fr": "# Art. 2 LPA — Aperçu\n\nL'article 2 LPA règle l'applicabilité partielle de la loi sur la procédure administrative dans certaines procédures spéciales. La loi ne s'applique pas intégralement dans quatre domaines spéciaux, mais seulement de manière restreinte.\n\n**Les procédures fiscales** constituent le domaine d'exception le plus important. Pour l'impôt fédéral direct, la taxe sur la valeur ajoutée et autres impôts fédéraux, les règles LPA relatives au droit d'être entendu (droit d'être entendu avant une décision) et à l'établissement des faits ne s'appliquent pas. Les autorités fiscales peuvent donc procéder de manière plus flexible. Malgré tout, d'importantes règles de procédure restent applicables, comme la notification des décisions et les délais.\n\n**Les procédures d'examen** pour les examens professionnels ou les preuves de capacité sont soumises à des restrictions encore plus strictes. Ici, seuls quelques articles LPA s'appliquent, notamment concernant la motivation des décisions et la récusation (quand un examinateur est partial). Ceci donne aux autorités d'examen une grande marge de manœuvre dans l'aménagement de la procédure.\n\n**Les procédures d'expropriation** suivent prioritairement la loi spéciale sur l'expropriation. La LPA ne fait que compléter là où la loi sur l'expropriation n'a pas ses propres règles.\n\n**Les procédures devant le Tribunal administratif fédéral** se dirigent selon la loi sur le tribunal administratif, non selon la LPA.\n\nLa norme est importante car elle empêche que le droit général de la procédure administrative soit appliqué partout de manière également rigide. Exemple : un médecin qui demande une reconnaissance professionnelle ne peut pas se prévaloir de tous les droits procéduraux LPA. L'autorité d'examen doit néanmoins lui motiver sa décision.\n\nSont concernées toutes les personnes qui comparaissent comme parties dans ces quatre procédures spéciales. La conséquence juridique est un équipement procédural réduit – moins de droits de participation, mais toujours une protection par la Constitution.", "doctrine_fr": "# Art. 2 PA — Doctrine\n\n## Genèse\n\n**N. 1** Le législateur a consciemment créé avec l'art. 2 PA des exceptions au champ d'application de la PA. Le message relatif à la PA du 24 septembre 1965 (FF 1965 II 1297 ss) précise que certaines procédures ne devaient pas être soumises au droit général de la procédure administrative ou seulement partiellement en raison de leur nature particulière. Il faut souligner particulièrement l'exclusion de la procédure fiscale (al. 1), qui a été justifiée par la « large marge de manœuvre » des autorités, qui ne devait pas être limitée par un contrôle judiciaire (FF 1965 II 1298 s.). La révision du 19 juin 2020 (RO 2020 4085; FF 2018 4475) a adapté l'alinéa 3 au droit d'expropriation modernisé.\n\n## Position systématique\n\n**N. 2** L'art. 2 PA se situe systématiquement entre la détermination générale du champ d'application (art. 1 PA) et les domaines d'exception (art. 3 PA). Alors que l'art. 1 PA délimite le champ d'application positif et que l'art. 3 PA statue des exceptions complètes, l'art. 2 PA règle l'applicabilité partielle de la PA à certains types de procédures (→ art. 1 PA; → art. 3 PA).\n\n**N. 3** La norme concrétise le principe de subsidiarité de l'art. 1 al. 2 PA pour des types de procédures spécifiques. Elle crée un champ d'application différencié en déclarant applicables certaines normes de la PA mais en excluant d'autres (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3e éd. 2023, art. 2 N 1).\n\n## Éléments constitutifs / Contenu normatif\n\n### Procédure fiscale (al. 1)\n\n**N. 4** L'alinéa 1 exclut pour la procédure fiscale les art. 12–19 PA (droit d'être entendu) et art. 30–33 PA (établissement des faits). Restent notamment applicables la notion de décision (art. 5 PA), les prescriptions relatives à la notification (art. 34–38 PA) et les délais (art. 20–24 PA) (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2e éd. 2019, art. 2 N 3).\n\n**N. 5** Sont considérées comme « procédures fiscales » les procédures concernant l'impôt fédéral direct, la taxe sur la valeur ajoutée, l'impôt anticipé, les droits de timbre et les douanes. Le Tribunal administratif fédéral a précisé que les dispositions spéciales du droit fiscal priment sur la PA dans la mesure où elles prévoient leurs propres règles de procédure (A-6175/2013 du 12 février 2015; A-2682/2007 du 7 octobre 2010).\n\n### Procédure d'examen (al. 2)\n\n**N. 6** Pour les examens professionnels, techniques et autres examens d'aptitude, la PA ne s'applique que de manière très restreinte. Ne sont applicables que les art. 4–6 PA (dispositions sur la récusation), art. 10 PA (authentifications), art. 34 PA (notification des décisions écrites), art. 35 PA (motivation), art. 37 PA (notification sans motivation) et art. 38 PA (publication) (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8e éd. 2020, N 1622).\n\n**N. 7** La notion d'« examens d'aptitude » doit être comprise largement et englobe tous les examens de droit public qui servent à constater des connaissances ou des aptitudes, indépendamment du fait qu'ils mènent ou non à un diplôme formel (Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4e éd. 2014, § 29 N 12).\n\n### Procédure d'expropriation (al. 3)\n\n**N. 8** La procédure d'expropriation suit en premier lieu la loi sur l'expropriation (LEx; RS 711). La PA s'applique à titre subsidiaire dans la mesure où la LEx ne contient pas de dispositions divergentes. Le renvoi a été précisé par la révision du 19 juin 2020 et renvoie désormais à la « loi fédérale du 20 juin 1930 sur l'expropriation » (Waldmann/Weissenberger, art. 2 N 15).\n\n### Procédure devant le Tribunal administratif fédéral (al. 4)\n\n**N. 9** La procédure devant le Tribunal administratif fédéral se régit en premier lieu selon la loi sur le Tribunal administratif fédéral (LTAF; RS 173.32). La PA ne s'applique qu'à titre subsidiaire (↔ art. 37 LTAF). Cette disposition a été introduite avec la réforme de la justice et la création du Tribunal administratif fédéral au 1er janvier 2007 (RO 2006 2197).\n\n## Conséquences juridiques\n\n**N. 10** La conséquence juridique de l'art. 2 PA est l'applicabilité partielle de la PA. Dans les procédures mentionnées, seules les dispositions de la PA non exclues s'appliquent. Pour les domaines exclus, s'appliquent soit des dispositions procédurales spéciales soit des principes juridiques généraux, en particulier les garanties de procédure constitutionnelles (→ art. 29 Cst.).\n\n**N. 11** Les autorités doivent examiner dans chaque cas d'espèce quelles dispositions de la PA sont applicables. En cas d'incertitudes, le principe s'applique que les exceptions doivent être interprétées restrictivement et qu'en cas de doute la PA s'applique (ATF 122 V 412 consid. 2b).\n\n## Controverses\n\n**N. 12** Dans la doctrine, il est controversé de savoir si l'énumération des articles applicables à l'al. 2 est exhaustive. Waldmann/Weissenberger (art. 2 N 11) défendent la position que l'énumération est exhaustive et qu'aucune autre disposition de la PA n'est applicable. À l'inverse, Auer/Müller/Schindler (art. 2 N 8) plaident pour une interprétation moins stricte et admettent l'application analogique d'autres normes de la PA lorsque cela paraît commandé pour des raisons d'État de droit.\n\n**N. 13** La portée de la notion de « procédure fiscale » à l'al. 1 est également débattue de manière controversée. Alors que Moor/Poltier (Droit administratif, Vol. II, 3e éd. 2011, p. 287) préconisent une interprétation restrictive et ne veulent saisir que les procédures classiques d'établissement et de perception des impôts, la pratique plaide pour une interprétation large qui inclut toutes les procédures fiscales accessoires (A-4556/2011 du 27 mars 2012).\n\n## Indications pratiques\n\n**N. 14** Lors de l'application de l'art. 2 PA, il faut d'abord examiner s'il s'agit vraiment d'une des procédures spéciales mentionnées à l'art. 2 PA. La qualification doit se faire sur la base de la nature matérielle de la procédure et non de la désignation formelle.\n\n**N. 15** Dans les procédures fiscales, les garanties de procédure constitutionnelles restent applicables malgré l'al. 1. Le droit d'être entendu selon l'art. 29 al. 2 Cst. doit être garanti même sans l'applicabilité des art. 12–19 PA (ATF 138 I 154 consid. 2.2).\n\n**N. 16** En cas de situations mixtes – par exemple lorsque dans une procédure il faut clarifier tant des questions de droit fiscal que d'autres questions de droit administratif – il faut déterminer séparément pour chaque partie de procédure quelles dispositions procédurales s'appliquent. En cas de doute, il faut décider en faveur de l'applicabilité de la PA (A-1567/2006 du 28 décembre 2007 consid. 2.3).", "caselaw_fr": "# Art. 2 VwVG — Jurisprudence\n\n## Délimitation par rapport aux lois spéciales\n\n**BGE 142 II 433** du 22 juillet 2016\nRectification en droit douanier ; délimitation par rapport à la VwVG\nL'application de dispositions de lois spéciales prime la VwVG, dans la mesure où la loi spéciale prévoit ses propres règles de procédure.\n\n> «Les art. 3 let. e et art. 12 VwVG ne trouvent qu'une application subsidiaire à côté des dispositions spéciales du droit douanier. La loi sur les douanes règle de manière exhaustive la procédure de rectification.»\n\n**A-1783/2006** du 20 février 2007 (TAF)\nLoi sur le personnel de la Confédération comme lex specialis par rapport à la VwVG\nLa LPers ne déroge à la VwVG que dans les domaines spécifiquement réglés ; pour le reste, la VwVG reste applicable.\n\n> «La LPers soumet la procédure en matière de droit du personnel à la VwVG. Celle-ci demeure déterminante comme ordre procédural de base pour l'action des unités d'organisation de la Confédération dans leur fonction d'employeur. La LPers ne forme l'ordre de base qu'au point de vue du droit matériel ; au point de vue du droit de procédure, cette fonction revient à la VwVG.»\n\n## Rapport avec d'autres lois fédérales\n\n**BGE 122 V 412** du 24 décembre 1996\nLoi sur l'assurance-maladie et VwVG\nContrairement au libellé de dispositions procédurales spéciales, la VwVG est en principe applicable, pour autant qu'il n'y ait pas de dérogation explicite.\n\n> «Contrairement au libellé de l'art. 90 al. 2 LAMal, la VwVG est applicable à la procédure devant la Commission fédérale de recours pour la liste des spécialités dans le cadre de l'ordonnance sur l'organisation et la procédure des commissions fédérales de recours et d'arbitrage.»\n\n**BGE 125 V 401** du 19 novembre 1999\nOrganes cantonaux d'exécution et champ d'application de la VwVG\nLa VwVG ne s'applique pas aux autorités cantonales, même lorsqu'elles appliquent le droit fédéral.\n\n> «Les offices cantonaux de l'AI n'étant pas des autorités administratives fédérales, les dispositions de la VwVG et de la PCF ne s'appliquent pas dans la procédure d'instruction devant les offices de l'AI ; la procédure se règle selon les art. 69-77 RAI et les prescriptions cantonales.»\n\n## Interprétation de dispositions d'exception\n\n**BGE 130 III 524** du 29 juin 2004\nAutorités fédérales au sens de la VwVG\nL'Office central suisse d'encaissement des redevances de réception radio et télévision est pleinement intégré dans la procédure administrative de la Confédération.\n\n> «L'Office central suisse d'encaissement des redevances de réception radio et télévision rend pour tout le territoire suisse en application de la VwVG des décisions en première instance, qui peuvent être attaquées auprès de l'Office fédéral de la communication (OFCOM) et en dernière instance auprès du Tribunal fédéral.»\n\n**BGE 101 Ib 306** du 13 novembre 1975\nAdministration fédérale déléguée\nMême les organisations qui agissent souverainement sur mandat de la Confédération sont soumises à la VwVG.\n\n> «La constatation de l'Union suisse du commerce de fromage qu'un requérant ne satisfait pas aux exigences est une décision rendue par une autorité au sens de l'art. 1 al. 2 let. c VwVG selon l'art. 5 VwVG, qui peut être contrôlée quant à sa conformité au droit fédéral dans la procédure de recours par l'OfAl.»\n\n## Principe de l'application subsidiaire\n\n**BGE 138 I 154** du 18 avril 2012\nRapport entre VwVG et loi spéciale\nNi la VwVG ni les lois spéciales n'établissent une obligation générale de procéder à certaines étapes de procédure, pour autant que cela ne soit pas expressément réglé.\n\n> «Ni la VwVG ni la LRTV n'établissent une obligation générale de procéder à un second échange d'écritures. Dans la mesure où les écritures de l'instance précédente ou de la partie adverse contiennent des faits nouveaux qui sont admissibles du point de vue procédural et de nature à influencer matériellement la décision, un 'droit de duplique au sens strict' découle directement de l'art. 29 al. 2 Cst.»", "summary_it": "# Art. 2 LPA — Panoramica\n\nL'articolo 2 LPA disciplina l'applicabilità parziale della legge sulla procedura amministrativa in determinate procedure speciali. La legge non si applica integralmente in quattro ambiti speciali, ma solo in modo limitato.\n\n**Le procedure fiscali** costituiscono l'ambito di eccezione più importante. Per l'imposta federale diretta, l'imposta sul valore aggiunto e altre imposte federali non si applicano le norme LPA relative al diritto di essere sentiti (diritto di essere sentiti prima di una decisione) e all'accertamento dei fatti. Le autorità fiscali possono quindi procedere in modo più flessibile. Ciononostante rimangono applicabili importanti regole procedurali, ad esempio la notificazione delle decisioni e i termini.\n\n**Le procedure d'esame** per gli esami professionali o le prove di capacità sono soggette a limitazioni ancora più severe. Qui si applicano solo pochi articoli della LPA, ad esempio sulla motivazione delle decisioni e sulla ricusazione (quando un esaminatore è prevenuto). Questo conferisce alle autorità d'esame un ampio margine di manovra nella configurazione della procedura.\n\n**Le procedure di espropriazione** seguono principalmente la legge speciale sull'espropriazione. La LPA integra solo laddove la legge sull'espropriazione non prevede proprie regole.\n\n**Le procedure dinanzi al Tribunale amministrativo federale** si basano sulla legge sul Tribunale amministrativo federale, non sulla LPA.\n\nLa norma è importante perché impedisce che il diritto generale della procedura amministrativa sia applicato ovunque con la stessa rigidità. Esempio: un medico che richiede un riconoscimento professionale non può invocare tutti i diritti procedurali previsti dalla LPA. L'autorità d'esame deve tuttavia motivare la sua decisione.\n\nSono interessati tutti coloro che intervengono come parti in queste quattro procedure speciali. La conseguenza giuridica è una dotazione procedurale ridotta – meno diritti di partecipazione, ma protezione ancora garantita dalla Costituzione.", "doctrine_it": "# Art. 2 VwVG — Dottrina\n\n## Genesi storica\n\n**N. 1** Il legislatore ha deliberatamente creato con l'art. 2 VwVG delle eccezioni all'ambito di applicazione della VwVG. Il Messaggio concernente la VwVG del 24 settembre 1965 (FF 1965 II 1306 segg.) spiega che determinate procedure, a causa della loro natura particolare, non dovevano essere sottoposte al diritto generale della procedura amministrativa o solo parzialmente. Particolarmente da sottolineare è l'esclusione della procedura fiscale (cpv. 1), che è stata motivata con l'«ampio margine d'azione» delle autorità, che non doveva essere limitato da un controllo giurisdizionale (FF 1965 II 1307 seg.). La revisione del 19 giugno 2020 (RU 2020 4085; FF 2018 4713) ha adeguato il capoverso 3 al diritto di espropriazione modernizzato.\n\n## Classificazione sistematica\n\n**N. 2** L'art. 2 VwVG si colloca sistematicamente tra la determinazione generale dell'ambito di applicazione (art. 1 VwVG) e gli ambiti di eccezione (art. 3 VwVG). Mentre l'art. 1 VwVG descrive l'ambito di applicazione positivo e l'art. 3 VwVG stabilisce eccezioni complete, l'art. 2 VwVG disciplina l'applicabilità parziale della VwVG a determinati tipi di procedura (→ Art. 1 VwVG; → Art. 3 VwVG).\n\n**N. 3** La norma concretizza il principio di sussidiarietà dell'art. 1 cpv. 2 VwVG per tipi di procedura specifici. Crea un ambito di applicazione differenziato dichiarando applicabili determinate norme della VwVG, ma escludendone altre (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3ª ed. 2023, Art. 2 N 1).\n\n## Elementi costitutivi della fattispecie / Contenuto normativo\n\n### Procedura fiscale (cpv. 1)\n\n**N. 4** Il capoverso 1 esclude per la procedura fiscale gli art. 12–19 VwVG (diritto di essere sentiti) e gli art. 30–33 VwVG (accertamento dei fatti). Rimangono applicabili in particolare la nozione di decisione (art. 5 VwVG), le prescrizioni sulla notificazione (art. 34–38 VwVG) e i termini (art. 20–24 VwVG) (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2ª ed. 2019, Art. 2 N 3).\n\n**N. 5** Come «procedura fiscale» valgono le procedure concernenti l'imposta federale diretta, l'imposta sul valore aggiunto, l'imposta preventiva, le tasse di bollo e i dazi. Il Tribunale amministrativo federale ha precisato che le disposizioni di diritto speciale del diritto fiscale hanno la precedenza sulla VwVG, nella misura in cui prevedono proprie regole procedurali (A-6175/2013 del 12 febbraio 2015; A-2682/2007 del 7 ottobre 2010).\n\n### Procedura di esame (cpv. 2)\n\n**N. 6** Per gli esami professionali, tecnici e altri esami di capacità, la VwVG si applica solo in misura molto limitata. Sono applicabili unicamente gli art. 4–6 VwVG (disposizioni sulla ricusazione), art. 10 VwVG (autenticazioni), art. 34 VwVG (comunicazione di decisioni scritte), art. 35 VwVG (motivazione), art. 37 VwVG (comunicazione senza motivazione) e art. 38 VwVG (pubblicazione) (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8ª ed. 2020, N 1622).\n\n**N. 7** Il concetto di «esami di capacità» deve essere inteso in senso ampio e comprende tutti gli esami di diritto pubblico che servono all'accertamento di conoscenze o capacità, indipendentemente dal fatto che conducano a un diploma formale (Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4ª ed. 2014, § 29 N 12).\n\n### Procedura di espropriazione (cpv. 3)\n\n**N. 8** La procedura di espropriazione segue primariamente la legge sull'espropriazione (LEspr; RS 711). La VwVG si applica in via sussidiaria, nella misura in cui la LEspr non contenga disposizioni divergenti. Il rimando è stato precisato con la revisione del 19 giugno 2020 e ora rinvia alla «Legge federale del 20 giugno 1930 sull'espropriazione» (Waldmann/Weissenberger, Art. 2 N 15).\n\n### Procedura dinanzi al Tribunale amministrativo federale (cpv. 4)\n\n**N. 9** La procedura dinanzi al Tribunale amministrativo federale si basa primariamente sulla legge sul Tribunale amministrativo federale (LTAF; RS 173.32). La VwVG si applica solo in via sussidiaria (↔ Art. 37 LTAF). Questa disposizione è stata introdotta con la riforma della giustizia e la creazione del Tribunale amministrativo federale il 1° gennaio 2007 (RU 2006 2197).\n\n## Conseguenze giuridiche\n\n**N. 10** La conseguenza giuridica dell'art. 2 VwVG è l'applicabilità parziale della VwVG. Nelle procedure menzionate si applicano solo le disposizioni della VwVG non escluse. Per gli ambiti esclusi si applicano disposizioni procedurali di diritto speciale oppure principi giuridici generali, in particolare le garanzie procedurali costituzionali (→ Art. 29 Cost.).\n\n**N. 11** Le autorità devono verificare in ogni singolo caso quali disposizioni della VwVG sono applicabili. In caso di incertezze vale il principio che le eccezioni devono essere interpretate restrittivamente e nel dubbio si applica la VwVG (DTF 122 V 412 consid. 2b).\n\n## Controversie\n\n**N. 12** Nella dottrina è controverso se l'elenco degli articoli applicabili nel cpv. 2 sia esaustivo. Waldmann/Weissenberger (Art. 2 N 11) sostengono che l'elenco sia esaustivo e che non siano applicabili ulteriori disposizioni della VwVG. Al contrario, Auer/Müller/Schindler (Art. 2 N 8) propendono per un'interpretazione meno rigorosa e ammettono l'applicazione analogica di ulteriori norme della VwVG quando ciò appaia necessario per ragioni di Stato di diritto.\n\n**N. 13** È anche oggetto di discussione controversa la portata del concetto di «procedura fiscale» nel cpv. 1. Mentre Moor/Poltier (Droit administratif, Vol. II, 3ª ed. 2011, p. 287) sostengono un'interpretazione restrittiva e vogliono comprese solo le classiche procedure di tassazione e riscossione fiscale, la prassi propende per un'interpretazione ampia che include tutte le procedure fiscali accessorie (A-4556/2011 del 27 marzo 2012).\n\n## Indicazioni pratiche\n\n**N. 14** Nell'applicazione dell'art. 2 VwVG occorre verificare innanzitutto se sussista effettivamente una delle procedure speciali menzionate nell'art. 2 VwVG. La qualificazione deve avvenire sulla base della natura materiale della procedura e non della denominazione formale.\n\n**N. 15** Nelle procedure fiscali rimangono applicabili, nonostante il cpv. 1, le garanzie procedurali costituzionali. Il diritto di essere sentiti secondo l'art. 29 cpv. 2 Cost. deve essere garantito anche senza applicabilità degli art. 12–19 VwVG (DTF 138 I 154 consid. 2.2).\n\n**N. 16** In caso di fattispecie miste – ad esempio quando in una procedura devono essere chiarite sia questioni di diritto fiscale sia altre questioni di diritto amministrativo – occorre determinare separatamente per ogni parte della procedura quali disposizioni procedurali si applicano. Nel dubbio si deve decidere a favore dell'applicabilità della VwVG (A-1567/2006 del 28 dicembre 2007 consid. 2.3).", "caselaw_it": "# Art. 2 VwVG — Giurisprudenza\n\n## Delimitazione dalle leggi speciali\n\n**BGE 142 II 433** del 22 luglio 2016\nCorrezione doganale; delimitazione dalla PA\nL'applicazione di disposizioni di leggi speciali ha la precedenza sulla PA, nella misura in cui la legge speciale prevede proprie regole procedurali.\n\n> «Gli art. 3 lett. e e 12 PA trovano applicazione solo sussidiaria accanto alle disposizioni speciali del diritto doganale. La legge doganale disciplina il procedimento di correzione in modo esaustivo.»\n\n**A-1783/2006** del 20 febbraio 2007 (TAF)\nLegge sul personale federale come lex specialis rispetto alla PA\nLa LPers deroga la PA solo negli ambiti specificamente disciplinati; per il resto rimane applicabile la PA.\n\n> «La LPers sottopone il procedimento in materie di diritto del personale alla PA. Questa rimane determinante come ordinamento procedurale fondamentale per l'agire delle unità organizzative della Confederazione nella loro funzione di datori di lavoro. La LPers costituisce l'ordinamento fondamentale solo dal profilo del diritto materiale; dal profilo procedurale questa funzione spetta alla PA.»\n\n## Rapporto con altre leggi federali\n\n**BGE 122 V 412** del 24 dicembre 1996\nLegge sull'assicurazione malattie e PA\nContrariamente al tenore di disposizioni procedurali speciali, la PA è in principio applicabile, purché non sussista una deroga esplicita.\n\n> «Contrariamente al tenore dell'art. 90 cpv. 2 LAMal, al procedimento davanti alla Commissione federale di ricorso per l'elenco delle specialità si applica la PA nel quadro dell'ordinanza sull'organizzazione e il procedimento delle commissioni federali di ricorso e arbitrali.»\n\n**BGE 125 V 401** del 19 novembre 1999\nOrgani cantonali di esecuzione e campo di applicazione della PA\nLa PA non trova applicazione alle autorità cantonali, anche se eseguono il diritto federale.\n\n> «Poiché gli uffici AI cantonali non sono autorità amministrative federali, nel procedimento di chiarimento davanti agli uffici AI non si applicano le disposizioni della PA e del PCT; il procedimento si disciplina secondo gli art. 69-77 OAI e le prescrizioni cantonali.»\n\n## Interpretazione delle disposizioni eccezionali\n\n**BGE 130 III 524** del 29 giugno 2004\nAutorità federali ai sensi della PA\nL'Ufficio svizzero di riscossione delle tasse di ricezione radiotelevisiva è pienamente integrato nel procedimento amministrativo della Confederazione.\n\n> «L'Ufficio svizzero di riscossione delle tasse di ricezione radiotelevisiva emana per tutto il territorio della Svizzera in applicazione della PA decisioni di prima istanza, che possono essere impugnate presso l'Ufficio federale delle comunicazioni (UFCOM) e in ultima istanza presso il Tribunale federale.»\n\n**BGE 101 Ib 306** del 13 novembre 1975\nAmministrazione federale delegata\nAnche le organizzazioni che agiscono per incarico della Confederazione con poteri sovrani sottostanno alla PA.\n\n> «L'accertamento dell'Unione svizzera del commercio del formaggio, secondo cui un richiedente non soddisfa i requisiti, è una decisione emanata da un'autorità ai sensi dell'art. 1 cpv. 2 lett. c PA secondo l'art. 5 PA, che nel procedimento di ricorso può essere verificata dall'AfL quanto alla sua conformità al diritto federale.»\n\n## Principio dell'applicazione sussidiaria\n\n**BGE 138 I 154** del 18 aprile 2012\nRapporto tra PA e legge speciale\nNé dalla PA né dalle leggi speciali risulta un obbligo generale a determinati passaggi procedurali, purché non espressamente disciplinato.\n\n> «Né dalla PA né dalla LRTV risulta un obbligo generale allo svolgimento di un secondo scambio di scritti. Nella misura in cui gli atti dell'istanza inferiore o della controparte contengono fatti nuovi che sono processualmente ammissibili e materialmente idonei a influenzare la decisione, un 'diritto di replica in senso stretto' deriva direttamente dall'art. 29 cpv. 2 Cost.»", "summary_en": "", "doctrine_en": "", "caselaw_en": "", "fedlex_url": "https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1969/737_757_755/de#art_2", "in_force_since": "", "summary_version": 1, "summary_last_generated": "2026-03-11", "summary_quality_score": 0.95, "doctrine_version": 2, "doctrine_last_generated": "2026-03-11", "doctrine_quality_score": 0.91, "caselaw_version": 1, "caselaw_last_generated": "2026-03-11", "caselaw_quality_score": 0.91} {"law": "VwVG", "article": 3, "article_suffix": "", "title": "Unanwendbarkeit", "sr_number": "172.021", "summary_de": "# Art. 3 VwVG — Übersicht\n\nArt. 3 VwVG regelt, wann das Verwaltungsverfahrensgesetz nicht gilt. Das Gesetz nennt fünf wichtige Ausnahmen. Diese Bestimmung schützt spezielle Verfahren vor Doppelregelungen.\n\n**Wer ist betroffen?** Die Ausnahmen treffen verschiedene Personengruppen. Bundespersonal ist bei Stellenantritten und Beförderungen betroffen. Militärpflichtige unterstehen speziellen Militärverfahren. Unternehmen im Zollverfahren haben andere Verfahrensregeln. Personen in Amtshilfeverfahren sind grundsätzlich nicht betroffen - hier gilt das VwVG weiterhin.\n\n**Die wichtigsten Ausnahmen:** Bei Personalangelegenheiten gilt das VwVG nicht für erste Anstellungen und Beförderungen. Ein Beispiel: Wenn jemand sich für eine Bundesstelle bewirbt, läuft das Auswahlverfahren ohne VwVG-Regeln ab. Wird die Person aber später versetzt oder gekündigt, gelten wieder die normalen Verfahrensregeln.\n\nIm Militär-, Zivilschutz- und Zivildienst haben diese Bereiche ihre eigenen Gesetze. Zollverfahren im engeren Sinn (Verzollung von Waren) folgen dem Zollgesetz. Interne Untersuchungen der Verwaltung ohne Aussenwirkung brauchen das VwVG nicht.\n\n**Rechtsfolgen:** Wo das VwVG nicht gilt, fehlen wichtige Verfahrensgarantien. Es gibt kein automatisches Recht auf Akteneinsicht oder rechtliches Gehör nach VwVG-Standards. Die Fristen und Beschwerdemöglichkeiten richten sich nach den jeweiligen Spezialgesetzen.\n\n**Wichtiger Grundsatz:** Die Ausnahmen sind eng zu verstehen. Im Zweifel gilt das VwVG. Sobald eine Verfügung erlassen wird, greifen meist wieder die normalen Verfahrensregeln. Das schützt die Betroffenen vor Rechtslücken.\n\nDie Gerichte haben diese Ausnahmen restriktiv ausgelegt. Sie betonen: Das VwVG ist der Mindeststandard für faires Verwaltungshandeln des Bundes.", "doctrine_de": "# Art. 3 VwVG — Doktrin\n\n## Entstehungsgeschichte\n\n**N. 1** Die Ausnahmebestimmung des Art. 3 VwVG geht auf die Totalrevision des Verwaltungsverfahrens von 1968 zurück. Die Botschaft vom 24. September 1965 betonte die Notwendigkeit, gewisse Verfahrensbereiche vom Anwendungsbereich des VwVG auszunehmen, um Doppelspurigkeiten und systemwidrige Regelungen zu vermeiden (BBl 1965 II 1491, 1507ff.). Der Gesetzgeber wollte insbesondere vermeiden, dass Verfahren mit spezialgesetzlichen Regelungen oder besonderen Eigenheiten unter das allgemeine Verwaltungsverfahren fallen.\n\n**N. 2** Die ursprüngliche Fassung enthielt fünf Ausnahmebereiche. Mit der Revision vom 19. Dezember 1986 wurde lit. b betreffend Personalangelegenheiten präzisiert, um die erstinstanzlichen Verfahren bei der Begründung des Dienstverhältnisses, Beförderungen und dienstlichen Anordnungen explizit auszunehmen (AS 1987 932). Die Botschaft zur Revision hielt fest, dass das VwVG bei späteren Verfahrensschritten, insbesondere bei Beschwerden, wieder zur Anwendung kommt (BBl 1986 II 313, 332).\n\n## Systematische Einordnung\n\n**N. 3** Art. 3 VwVG bildet zusammen mit Art. 1 (Geltungsbereich) und Art. 2 (Begriffe) die Grundlagen für die Anwendbarkeit des VwVG. Die Norm steht in systematischem Zusammenhang mit Art. 1 Abs. 2 VwVG, der die subsidiäre Natur des Gesetzes festschreibt: Das VwVG gilt nur, soweit nicht andere Bundesgesetze abweichende Bestimmungen enthalten. Art. 3 VwVG präzisiert diese Subsidiarität durch explizite Ausnahmen.\n\n**N. 4** Die Ausnahmebestimmung steht in Wechselwirkung mit den spezialgesetzlichen Verfahrensvorschriften: ↔ Art. 31ff. VGG (Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht), ↔ Art. 82ff. BGG (Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten), ↔ Art. 116ff. ZG (zollrechtliche Verfahren), ↔ Art. 38 BEHG (Amtshilfe im Börsenrecht). Die Reichweite der Ausnahmen bestimmt sich jeweils durch das Verhältnis zwischen VwVG und Spezialgesetz.\n\n## Tatbestandsmerkmale / Norminhalt\n\n**N. 5** **Lit. a — Verfahren gewisser Behörden**: Diese Ausnahme betrifft Behörden nach Art. 1 Abs. 2 lit. e VwVG (dezentrale Verwaltung und andere Organisationen), soweit gegen ihre Verfügungen die Beschwerde unmittelbar an eine Bundesbehörde unzulässig ist. Die Norm verhindert, dass das VwVG auf Verfahren anwendbar ist, bei denen kein Beschwerdeweg an Bundesbehörden besteht (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 3 N 5).\n\n**N. 6** **Lit. b — Personalangelegenheiten des Bundes**: Die Ausnahme erfasst nur das erstinstanzliche Verfahren bei: (1) erstmaliger Begründung des Dienstverhältnisses, (2) Beförderung von Bundespersonal, (3) dienstlichen Anordnungen. Das Bundesgericht legt diese Ausnahme restriktiv aus: Sobald eine Verfügung erlassen wurde, gilt für das weitere Verfahren (insbesondere Beschwerden) das VwVG (BGE 104 Ib 129 E. 2).\n\n**N. 7** **Lit. c — Militär-, Zivilschutz- und Zivildienst**: Diese Ausnahme umfasst alle militärischen Verwaltungsverfahren, Zivilschutzverfahren und Verfahren im Zivildienst. Die spezialgesetzlichen Regelungen gehen dem VwVG vor (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 3 N 12ff.).\n\n**N. 8** **Lit. d — Administrativuntersuchungen**: Rein interne Untersuchungen ohne unmittelbare Rechtswirkungen nach aussen fallen nicht unter das VwVG. Sobald aber Verfügungen ergehen oder Rechte Betroffener tangiert werden, ist das VwVG wieder anwendbar (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N 1654).\n\n**N. 9** **Lit. e — Zollsachen**: Die Ausnahme für «dem Zollverfahren im engeren Sinne» wurde durch die Rechtsprechung präzisiert: Nur wenn das Zollgesetz abschliessende Verfahrensvorschriften enthält, ist das VwVG nicht anwendbar. Bei Lücken im Zollverfahrensrecht gilt das VwVG subsidiär (BGE 142 II 433 E. 2.3).\n\n## Rechtsfolgen\n\n**N. 10** Die Nichtanwendbarkeit des VwVG bedeutet, dass die allgemeinen Verfahrensgrundsätze (Art. 5ff. VwVG), die Bestimmungen über Fristen (Art. 20ff. VwVG), die Regelungen zum rechtlichen Gehör (Art. 29ff. VwVG) und das Beschwerdeverfahren (Art. 44ff. VwVG) nicht gelten. Stattdessen kommen die jeweiligen Spezialvorschriften zur Anwendung.\n\n**N. 11** Die Ausnahmen sind abschliessend und restriktiv auszulegen. Im Zweifel ist von der Anwendbarkeit des VwVG auszugehen, da es den allgemeinen verfahrensrechtlichen Mindeststandard für Bundesverwaltungsverfahren darstellt (Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 30 N 8).\n\n**N. 12** Selbst bei grundsätzlicher Nichtanwendbarkeit können einzelne VwVG-Bestimmungen analog oder über Verweisung zur Anwendung kommen. So verweisen zahlreiche Spezialgesetze punktuell auf VwVG-Normen, insbesondere bei Fristen, Zustellung oder rechtlichem Gehör (Waldmann/Weissenberger, Art. 3 N 3).\n\n## Streitstände\n\n**N. 13** **Reichweite der Personalausnahme (lit. b)**: Waldmann/Weissenberger vertreten eine enge Auslegung und betonen, dass nur die explizit genannten erstinstanzlichen Verfahren erfasst sind (Praxiskommentar VwVG, Art. 3 N 8ff.). Auer/Müller/Schindler plädieren ebenfalls für eine restriktive Handhabung, sehen aber Raum für analoge Anwendung bei vergleichbaren Personalverfahren (Kommentar VwVG, Art. 3 N 7). Häfelin/Müller/Uhlmann fokussieren auf die Schutzfunktion des VwVG und lehnen extensive Auslegungen ab (Allgemeines Verwaltungsrecht, N 1652).\n\n**N. 14** **Amtshilfeverfahren**: Die Lehre ist sich einig, dass internationale Amtshilfeverfahren grundsätzlich dem VwVG unterstehen, da Art. 3 VwVG keine entsprechende Ausnahme enthält. Moor/Poltier betonen die Bedeutung der VwVG-Verfahrensgarantien gerade bei grenzüberschreitenden Verfahren (Droit administratif, Vol. II, 3. Aufl. 2011, p. 234). Tschannen/Zimmerli/Müller sehen dies ebenso und verweisen auf die gefestigte Rechtsprechung (§ 30 N 12).\n\n**N. 15** **Zollrechtliche Ausnahme (lit. e)**: Die Abgrenzung zwischen «Zollverfahren im engeren Sinne» und anderen zollrechtlichen Verfahren ist umstritten. Waldmann/Weissenberger plädieren für eine enge Auslegung, die nur die eigentlichen Veranlagungsverfahren erfasst (Art. 3 N 15). Auer/Müller/Schindler sehen die Grenze bei Verfahren mit strafrechtsähnlichem Charakter, wo die VwVG-Garantien wieder greifen müssen (Art. 3 N 16).\n\n## Praxishinweise\n\n**N. 16** Bei der Prüfung der VwVG-Anwendbarkeit ist stets zweistufig vorzugehen: Erst ist zu klären, ob eine Ausnahme nach Art. 3 VwVG vorliegt. Falls ja, ist zu prüfen, ob das einschlägige Spezialgesetz abschliessende Verfahrensvorschriften enthält oder ob das VwVG subsidiär zur Anwendung kommt.\n\n**N. 17** In Personalverfahren gilt: Die Ausnahme des Art. 3 lit. b VwVG erfasst nur die Entstehung des Dienstverhältnisses, nicht dessen Beendigung. Kündigungen, Versetzungen oder Disziplinarmassnahmen unterstehen dem VwVG. Bei Beförderungsverfahren ist zu unterscheiden: Das Auswahlverfahren fällt unter die Ausnahme, eine spätere Anfechtung der Nichtberücksichtigung untersteht dem VwVG.\n\n**N. 18** Bei internationaler Amtshilfe ist das VwVG anwendbar, auch wenn völkerrechtliche Verträge oder Spezialgesetze zusätzliche Verfahrensvorschriften enthalten. Die VwVG-Minimalgarantien (rechtliches Gehör, Akteneinsicht, Begründungspflicht) gelten stets, sofern nicht explizit ausgeschlossen.\n\n**N. 19** Im Zollverfahren empfiehlt sich eine genaue Analyse: Reine Veranlagungsverfahren nach ZG unterstehen nicht dem VwVG. Sobald aber Sanktionen, nachträgliche Korrekturen oder Rechtsmittelverfahren im Spiel sind, können VwVG-Normen zur Anwendung kommen. Im Zweifel ist von der Anwendbarkeit des VwVG auszugehen → Art. 1 Abs. 2 VwVG.", "caselaw_de": "# Art. 3 VwVG — Rechtsprechung\n\n## Übersicht\n\nDie Rechtsprechung zu Art. 3 VwVG entwickelte sich in mehreren Phasen: Frühe Entscheide klärten grundlegende Abgrenzungsfragen zum Anwendungsbereich des VwVG, insbesondere bei Personalangelegenheiten des Bundes. Ab den 1990er Jahren entstanden bedeutsame Präjudizien zur Amtshilfe-Ausnahme, wobei das Bundesgericht die Anwendbarkeit des VwVG bei internationaler Amtshilfe bejahte. Die jüngere Rechtsprechung konzentriert sich auf die zollrechtliche Ausnahme (lit. e) und deren Verhältnis zu Beschwerdeverfahren. Die Gerichte haben die Ausnahmen des Art. 3 VwVG restriktiv ausgelegt und betont, dass das VwVG grundsätzlich anwendbar bleibt, soweit spezialgesetzliche Verfahrensvorschriften nicht abschliessend geregelt sind.\n\n### I. Personalangelegenheiten des Bundes (lit. b)\n\n**BGE 104 Ib 129** (29.9.1978) \nVorläufige Dienstenthebung eines Bundesbeamten wegen Sicherheitsrisikos; rechtliches Gehör im Personalverfahren. \nGrundlegender Entscheid zur Anwendbarkeit des VwVG im Beamtenrecht trotz sicherheitspolitischer Aspekte. \n\n> «Die vorläufige Dienstenthebung gemäss Art. 52 BtG ist zunächst eine Massnahme auf dem Gebiet des Beamtenrechts. Als solche unterliegt sie an sich der Verwaltungsgerichtsbeschwerde [...] Im Hinblick auf die Auswirkungen, welche die angefochtene Verfügung auf die beamtenrechtliche Stellung des Beschwerdeführers hat, kommt diesem Aspekt auch im vorliegenden Fall erhebliche Bedeutung zu.»\n\n**BGE 114 Ia 164** (7.10.1988) \nZuständigkeitsabgrenzung zwischen Bund und Kantonen bei zahnmedizinischer Ausbildung; Prüfungsverfahren. \nBestätigt die grundsätzliche Anwendbarkeit des VwVG auf Prüfungsverfahren des Bundes. \n\n> «Die Zulässigkeit der staatsrechtlichen Beschwerde setzt voraus, dass kein anderes ordentliches Rechtsmittel zur Verfügung steht [...] Zuständigkeiten des Bundes und der Kantone auf dem Gebiet der zahnmedizinischen Ausbildung sind zu beachten.»\n\n### II. Internationale Amtshilfe\n\n**BGE 125 II 79** (1998) \nAmtshilfe der Eidgenössischen Bankenkommission an das deutsche BAWe; Kostenpflicht und Parteistellung. \nKlarstellung der VwVG-Anwendbarkeit bei internationaler Amtshilfe trotz spezialgesetzlicher Regelungen. \n\n> «Die Eidgenössische Bankenkommission kann die Herausgabe der für die Amtshilfe erforderlichen Informationen im Auskunftsverfahren durch eine förmliche (Zwischen-)Verfügung erzwingen [...] Da die Bank den Amtshilfeentscheid mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde anfechten kann, verliert sie [...] ihre Parteistellung im anschliessenden Übermittlungsverfahren nicht.»\n\n**BGE 127 II 323** (2001) \nAmtshilfe im Börsenrecht; Parteistellung des unabhängigen Vermögensverwalters und Verfahrensanforderungen. \nWegweisender Entscheid zur Anwendbarkeit des VwVG in Amtshilfeverfahren. \n\n> «Art. 38 Abs. 2 und 3 BEHG, Art. 6 und 25 VwVG; Anwendbarkeit des Verwaltungsverfahrensgesetzes in der Amtshilfe; Parteistellung des unabhängigen Vermögensverwalters [...] Anforderungen an das Verfahren vor der Eidgenössischen Bankenkommission bei 'instituts-' bzw. 'kundenbezogenen' Informationen.»\n\n**BGE 141 II 383** (20.8.2015) \nInternationale Amtshilfe in Steuersachen; Bussenverfügung der ESTV und Zuständigkeitsfragen. \nBestätigung der VwVG-Anwendbarkeit bei administrativen Sanktionen im Amtshilferecht. \n\n> «Die Zuständigkeit der ESTV zur Erhebung einer Busse gemäss Art. 9 Abs. 5 bzw. Art. 10 Abs. 4 StAhiG ergibt sich aus Art. 5 Abs. 1 StAhiG i.V.m. Art. 41 Abs. 1 lit. c VwVG [...] Die Busse stellt in erster Linie ein Mittel des Verwaltungszwangs dar.»\n\n### III. Zollrechtliche Angelegenheiten (lit. e)\n\n**BGE 142 II 433** (22.7.2016) \nZollrechtliche Berichtigung und ihr Verhältnis zur zollrechtlichen Beschwerde; Anwendungsbereich des Art. 3 lit. e VwVG. \nGrundsatzentscheid zur Reichweite der zollrechtlichen Ausnahme. \n\n> «Art. 3 lit. e und Art. 12 VwVG; Einordnung der zollrechtlichen Berichtigung, Abgrenzung von den direktsteuerlichen Berichtigungstatbeständen und Verhältnis zur zollrechtlichen Beschwerde [...] Die zollrechtliche Berichtigung hat die Richtigstellung einer unzutreffenden Veranlagungsverfügung zum Gegenstand; sie wirkt sich daher zwangsläufig auf das Dispositiv aus.»\n\n**Urteil des BVGer A-6660/2011** (29.5.2012) \nZollverfahren und Anfechtbarkeit von Entscheiden der Oberzolldirektion. \nPräzisierung der Ausnahme für zollrechtliche Verfahren. \n\n> Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte die grundsätzliche Nichtanwendbarkeit des VwVG in zollrechtlichen Verfahren nach Art. 3 lit. e VwVG, soweit spezialgesetzliche Verfahrensvorschriften bestehen.\n\n**Urteil des BVGer A-825/2016** (10.11.2016) \nWeitere Präzisierung der zollrechtlichen Ausnahme bei Beschwerden gegen die Oberzolldirektion. \nBestätigung der restriktiven Auslegung des Art. 3 lit. e VwVG. \n\n> Die Ausnahme des Art. 3 lit. e VwVG gilt nur, soweit das Zollrecht eigene, abschliessende Verfahrensvorschriften enthält; subsidiär findet das VwVG weiterhin Anwendung.\n\n### IV. Öffentlichkeitsrecht und Geltungsbereich\n\n**BVGE 2016/9 (Urteil A-4186/2015 vom 28.1.2016)** \nSachlicher Geltungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes und Verhältnis zum VwVG. \nAbgrenzung zwischen BGÖ und VwVG bei Akteneinsichtsgesuchen. \n\n> «Über das Akteneinsichtsgesuch sei gestützt auf das Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVG, SR 172.021) zu entscheiden», wenn die Dokumente nicht vom sachlichen Geltungsbereich des BGÖ erfasst sind.\n\n**Urteil des BVGer A-458/2020** (18.5.2020) \nPersönlicher Geltungsbereich des BGÖ und Subsidiarität des VwVG. \nModerne Rechtsprechung zur Anwendungsbereichsabgrenzung. \n\n> Die Trägerorganisation führte aus, sie werde «vom persönlichen Geltungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes nicht erfasst»; subsidiär gilt das VwVG für Verfahren bei Organisationen ausserhalb der Bundesverwaltung.\n\n### V. Prüfungsverfahren\n\n**Urteil des BVGer B-6512/2013** (8.7.2014) \nBerufsprüfung und Anfechtbarkeit von Prüfungsentscheiden. \nBestätigung der VwVG-Anwendbarkeit auf Prüfungsverfahren des Bundes trotz Art. 3 VwVG. \n\n> Das VwVG findet auf Prüfungsverfahren des Bundes grundsätzlich Anwendung, soweit nicht spezielle Verfahrensvorschriften bestehen; die allgemeine Ausnahme für Prüfungsverfahren wurde nie kodifiziert.\n\n**Urteil des BVGer B-5995/2022** (12.7.2023) \nBerufsprüfung zur Finanzplanerin; Verfahrensmängel und rechtliches Gehör. \nAktuelle Rechtsprechung zu Prüfungsverfahren unter dem VwVG. \n\n> «Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt (Art. 44 ff. VwVG)» - Bestätigung der VwVG-Anwendbarkeit auf Prüfungsverfahren.\n\n**BGer 2C_443/2023** (15.1.2025) \nBerufsprüfung zur Finanzplanerin; Verfahrensmängel und deren rechtzeitige Geltendmachung. \nJüngste höchstrichterliche Rechtsprechung zu Prüfungsverfahren. \n\n> «Verfahrensmängel im Prüfungsverfahren sind schnellstmöglich geltend zu machen. Der Anspruch eines Prüfungskandidaten auf Beseitigung des Mangels und dessen Folgen erlischt demzufolge, wenn er trotz Kenntnis des Verfahrensmangels die ihm zumutbare Rüge unterlässt.»\n\n### VI. Entwicklungslinien und Grundsätze\n\nDie Rechtsprechung zu Art. 3 VwVG zeigt eine konsistente Linie restriktiver Auslegung der Ausnahmebestimmungen. Das Bundesgericht betont regelmässig die subsidiäre Natur des VwVG - es findet Anwendung, soweit nicht Spezialgesetze abschliessende Verfahrensvorschriften enthalten. \n\nBei der Personalangelegenheiten-Ausnahme (lit. b) wird zwischen dem erstinstanzlichen Begründungsverfahren und späteren Verfahrensschritten unterschieden. Die Amtshilfe-Rechtsprechung bestätigt die grundsätzliche VwVG-Anwendbarkeit trotz völkerrechtlicher oder spezialgesetzlicher Bezüge. Die zollrechtliche Ausnahme (lit. e) wird eng ausgelegt und gilt nur bei vollständigen spezialgesetzlichen Regelungen.\n\nBemerkenswert ist die kontinuierliche Ausdehnung des Rechtsschutzes durch die Gerichte: Von der frühen Betonung des beamtenrechtlichen Rechtsschutzes über die Anerkennung von Parteirechten in Amtshilfeverfahren bis zur modernen Rechtsprechung zu Prüfungsverfahren zeigt sich eine konsistente Linie der Rechtsschutzoptimierung unter dem VwVG.", "summary_fr": "# Art. 3 PA — Aperçu\n\nL'art. 3 PA règle les cas où la loi sur la procédure administrative ne s'applique pas. La loi énonce cinq exceptions importantes. Cette disposition protège les procédures spéciales contre les doubles réglementations.\n\n**Qui est concerné ?** Les exceptions touchent différents groupes de personnes. Le personnel fédéral est concerné lors des engagements et des promotions. Les personnes astreintes au service militaire sont soumises à des procédures militaires spéciales. Les entreprises dans la procédure douanière ont d'autres règles de procédure. Les personnes dans les procédures d'entraide administrative ne sont en principe pas concernées - ici la PA s'applique toujours.\n\n**Les principales exceptions :** En matière de personnel, la PA ne s'applique pas aux premiers engagements et aux promotions. Un exemple : si quelqu'un postule pour un poste fédéral, la procédure de sélection se déroule sans les règles de la PA. Mais si la personne est plus tard mutée ou licenciée, les règles de procédure normales s'appliquent à nouveau.\n\nDans le domaine militaire, de la protection civile et du service civil, ces domaines ont leurs propres lois. Les procédures douanières au sens strict (dédouanement de marchandises) suivent la loi sur les douanes. Les enquêtes internes de l'administration sans effet externe n'ont pas besoin de la PA.\n\n**Conséquences juridiques :** Là où la PA ne s'applique pas, d'importantes garanties de procédure font défaut. Il n'y a pas de droit automatique à la consultation des dossiers ou à être entendu selon les standards de la PA. Les délais et les possibilités de recours se régissent selon les lois spéciales respectives.\n\n**Principe important :** Les exceptions doivent être comprises restrictivement. En cas de doute, la PA s'applique. Dès qu'une décision est rendue, les règles de procédure normales s'appliquent généralement à nouveau. Cela protège les personnes concernées contre les lacunes juridiques.\n\nLes tribunaux ont interprété ces exceptions de manière restrictive. Ils soulignent : la PA est le standard minimum pour une action administrative équitable de la Confédération.", "doctrine_fr": "# Art. 3 PA — Doctrine\n\n## Historique\n\n**N. 1** La disposition d'exception de l'art. 3 PA remonte à la révision totale de la procédure administrative de 1968. Le message du 24 septembre 1965 soulignait la nécessité d'exclure certains domaines procéduraux du champ d'application de la PA afin d'éviter les doubles emplois et les réglementations contraires au système (FF 1965 II 1491, 1507ss.). Le législateur voulait notamment éviter que les procédures avec des réglementations de lois spéciales ou des particularités spécifiques tombent sous la procédure administrative générale.\n\n**N. 2** La version originale contenait cinq domaines d'exception. Avec la révision du 19 décembre 1986, la let. b concernant les affaires de personnel fut précisée pour exclure explicitement les procédures de première instance lors de l'établissement du rapport de service, des promotions et des ordres de service (RO 1987 932). Le message relatif à la révision précisait que la PA redevient applicable lors des étapes procédurales ultérieures, en particulier lors des recours (FF 1986 II 313, 332).\n\n## Classification systématique\n\n**N. 3** L'art. 3 PA forme avec l'art. 1 (champ d'application) et l'art. 2 (définitions) les fondements de l'applicabilité de la PA. La norme est en relation systématique avec l'art. 1 al. 2 PA, qui consacre la nature subsidiaire de la loi : la PA ne s'applique que dans la mesure où d'autres lois fédérales ne contiennent pas de dispositions dérogeoires. L'art. 3 PA précise cette subsidiarité par des exceptions explicites.\n\n**N. 4** La disposition d'exception est en interaction avec les dispositions procédurales de lois spéciales : ↔ art. 31ss. LTF (procédure devant le Tribunal administratif fédéral), ↔ art. 82ss. LTF (recours en matière de droit public), ↔ art. 116ss. LD (procédures douanières), ↔ art. 38 LBVM (entraide administrative en droit boursier). La portée des exceptions se détermine selon le rapport entre la PA et la loi spéciale.\n\n## Éléments constitutifs / Contenu normatif\n\n**N. 5** **Let. a — Procédures de certaines autorités** : Cette exception concerne les autorités selon l'art. 1 al. 2 let. e PA (administration décentralisée et autres organisations), dans la mesure où le recours contre leurs décisions directement auprès d'une autorité fédérale n'est pas admissible. La norme empêche que la PA soit applicable aux procédures où il n'existe pas de voie de recours auprès d'autorités fédérales (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3e éd. 2023, art. 3 N 5).\n\n**N. 6** **Let. b — Affaires de personnel de la Confédération** : L'exception ne saisit que la procédure de première instance lors de : (1) l'établissement initial du rapport de service, (2) la promotion du personnel fédéral, (3) les ordres de service. Le Tribunal fédéral interprète cette exception de manière restrictive : dès qu'une décision est rendue, la PA s'applique à la procédure ultérieure (notamment les recours) (ATF 104 Ib 129 consid. 2).\n\n**N. 7** **Let. c — Service militaire, protection civile et service civil** : Cette exception comprend toutes les procédures administratives militaires, les procédures de protection civile et les procédures du service civil. Les réglementations de lois spéciales priment sur la PA (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2e éd. 2019, art. 3 N 12ss.).\n\n**N. 8** **Let. d — Enquêtes administratives** : Les enquêtes purement internes sans effets juridiques immédiats vers l'extérieur ne tombent pas sous la PA. Mais dès que des décisions sont rendues ou que les droits de personnes concernées sont affectés, la PA redevient applicable (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8e éd. 2020, N 1654).\n\n**N. 9** **Let. e — Affaires douanières** : L'exception pour « la procédure douanière au sens étroit » fut précisée par la jurisprudence : la PA n'est pas applicable seulement si la loi sur les douanes contient des dispositions procédurales exhaustives. En cas de lacunes dans le droit de procédure douanière, la PA s'applique à titre subsidiaire (ATF 142 II 433 consid. 2.3).\n\n## Conséquences juridiques\n\n**N. 10** La non-applicabilité de la PA signifie que les principes procéduraux généraux (art. 5ss. PA), les dispositions sur les délais (art. 20ss. PA), les réglementations sur le droit d'être entendu (art. 29ss. PA) et la procédure de recours (art. 44ss. PA) ne s'appliquent pas. À la place, ce sont les dispositions spéciales respectives qui s'appliquent.\n\n**N. 11** Les exceptions sont exhaustives et doivent être interprétées de manière restrictive. En cas de doute, il faut partir de l'applicabilité de la PA, car elle représente le standard procédural minimal général pour les procédures administratives fédérales (Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4e éd. 2014, § 30 N 8).\n\n**N. 12** Même en cas de non-applicabilité de principe, certaines dispositions de la PA peuvent s'appliquer par analogie ou par renvoi. Ainsi, de nombreuses lois spéciales renvoient ponctuellement à des normes de la PA, notamment pour les délais, la notification ou le droit d'être entendu (Waldmann/Weissenberger, art. 3 N 3).\n\n## Controverses\n\n**N. 13** **Portée de l'exception du personnel (let. b)** : Waldmann/Weissenberger défendent une interprétation étroite et soulignent que seules les procédures de première instance explicitement mentionnées sont saisies (Praxiskommentar VwVG, art. 3 N 8ss.). Auer/Müller/Schindler plaident également pour un maniement restrictif, mais voient de la place pour une application analogique lors de procédures de personnel comparables (Kommentar VwVG, art. 3 N 7). Häfelin/Müller/Uhlmann se concentrent sur la fonction protectrice de la PA et rejettent les interprétations extensives (Allgemeines Verwaltungsrecht, N 1652).\n\n**N. 14** **Procédures d'entraide administrative** : La doctrine s'accorde à dire que les procédures d'entraide administrative internationale sont en principe soumises à la PA, car l'art. 3 PA ne contient pas d'exception correspondante. Moor/Poltier soulignent l'importance des garanties procédurales de la PA justement lors de procédures transfrontalières (Droit administratif, Vol. II, 3e éd. 2011, p. 234). Tschannen/Zimmerli/Müller voient cela de même et renvoient à la jurisprudence établie (§ 30 N 12).\n\n**N. 15** **Exception douanière (let. e)** : La délimitation entre « procédure douanière au sens étroit » et autres procédures douanières est controversée. Waldmann/Weissenberger plaident pour une interprétation étroite qui ne saisit que les procédures d'imposition proprement dites (art. 3 N 15). Auer/Müller/Schindler voient la limite lors de procédures à caractère quasi pénal, où les garanties de la PA doivent à nouveau s'appliquer (art. 3 N 16).\n\n## Conseils pratiques\n\n**N. 16** Lors de l'examen de l'applicabilité de la PA, il faut toujours procéder en deux étapes : il faut d'abord clarifier si une exception selon l'art. 3 PA existe. Si oui, il faut examiner si la loi spéciale applicable contient des dispositions procédurales exhaustives ou si la PA s'applique à titre subsidiaire.\n\n**N. 17** Dans les procédures de personnel : l'exception de l'art. 3 let. b PA ne saisit que la naissance du rapport de service, non sa cessation. Les résiliations, mutations ou mesures disciplinaires sont soumises à la PA. Pour les procédures de promotion, il faut distinguer : la procédure de sélection tombe sous l'exception, une contestation ultérieure de la non-prise en considération est soumise à la PA.\n\n**N. 18** Pour l'entraide administrative internationale, la PA est applicable, même si des traités de droit international ou des lois spéciales contiennent des dispositions procédurales additionnelles. Les garanties minimales de la PA (droit d'être entendu, consultation des dossiers, obligation de motivation) s'appliquent toujours, sauf exclusion explicite.\n\n**N. 19** Dans la procédure douanière, une analyse précise est recommandée : les procédures d'imposition pures selon la LD ne sont pas soumises à la PA. Mais dès que des sanctions, corrections ultérieures ou procédures de recours entrent en jeu, des normes de la PA peuvent s'appliquer. En cas de doute, il faut partir de l'applicabilité de la PA → art. 1 al. 2 PA.", "caselaw_fr": "# Art. 3 PA — Jurisprudence\n\n## Aperçu\n\nLa jurisprudence relative à l'art. 3 PA s'est développée en plusieurs phases : Les premiers arrêts ont clarifié les questions fondamentales de délimitation du champ d'application de la PA, notamment en matière de personnel de la Confédération. Dès les années 1990, d'importants précédents concernant l'exception de l'entraide administrative ont vu le jour, le Tribunal fédéral ayant confirmé l'applicabilité de la PA en matière d'entraide internationale. La jurisprudence récente se concentre sur l'exception douanière (let. e) et ses rapports avec les procédures de recours. Les tribunaux ont interprété restrictivement les exceptions de l'art. 3 PA et souligné que la PA reste en principe applicable dans la mesure où les dispositions procédurales des lois spéciales ne règlent pas la matière de façon exhaustive.\n\n### I. Affaires de personnel de la Confédération (let. b)\n\n**ATF 104 Ib 129** (29.9.1978) \nSuspension provisoire du service d'un fonctionnaire fédéral en raison d'un risque pour la sécurité ; droit d'être entendu dans la procédure de personnel. \nArrêt fondamental sur l'applicabilité de la PA en droit de la fonction publique malgré les aspects de politique de sécurité. \n\n> « La suspension provisoire du service selon l'art. 52 LPers est en premier lieu une mesure du domaine du droit de la fonction publique. En tant que telle, elle est en principe soumise au recours de droit administratif [...] Eu égard aux répercussions que la décision attaquée a sur le statut de fonctionnaire du recourant, cet aspect revêt également une importance considérable dans le cas présent. »\n\n**ATF 114 Ia 164** (7.10.1988) \nDélimitation des compétences entre Confédération et cantons en matière de formation dentaire ; procédure d'examen. \nConfirme l'applicabilité de principe de la PA aux procédures d'examen de la Confédération. \n\n> « L'admissibilité du recours de droit public suppose qu'aucun autre recours ordinaire ne soit à disposition [...] Il faut respecter les compétences de la Confédération et des cantons dans le domaine de la formation dentaire. »\n\n### II. Entraide administrative internationale\n\n**ATF 125 II 79** (1998) \nEntraide de la Commission fédérale des banques au BAWe allemand ; obligation de payer les coûts et qualité de partie. \nClarification de l'applicabilité de la PA en matière d'entraide internationale malgré les réglementations de lois spéciales. \n\n> « La Commission fédérale des banques peut contraindre la remise des informations nécessaires à l'entraide dans la procédure de renseignements par une décision formelle (intermédiaire) [...] Comme la banque peut attaquer la décision d'entraide par recours de droit administratif, elle ne perd pas [...] sa qualité de partie dans la procédure de transmission qui suit. »\n\n**ATF 127 II 323** (2001) \nEntraide en droit boursier ; qualité de partie du gestionnaire de fortune indépendant et exigences procédurales. \nArrêt de principe sur l'applicabilité de la PA dans les procédures d'entraide. \n\n> « Art. 38 al. 2 et 3 LBVM, art. 6 et 25 PA ; applicabilité de la loi sur la procédure administrative dans l'entraide ; qualité de partie du gestionnaire de fortune indépendant [...] Exigences relatives à la procédure devant la Commission fédérale des banques pour les informations 'relatives à l'établissement' ou 'relatives à la clientèle'. »\n\n**ATF 141 II 383** (20.8.2015) \nEntraide administrative internationale en matière fiscale ; décision d'amende de l'AFC et questions de compétence. \nConfirmation de l'applicabilité de la PA pour les sanctions administratives en droit de l'entraide. \n\n> « La compétence de l'AFC pour prélever une amende selon l'art. 9 al. 5 ou l'art. 10 al. 4 LEA découle de l'art. 5 al. 1 LEA en relation avec l'art. 41 al. 1 let. c PA [...] L'amende représente en premier lieu un moyen de contrainte administrative. »\n\n### III. Affaires douanières (let. e)\n\n**ATF 142 II 433** (22.7.2016) \nRectification douanière et ses rapports avec le recours douanier ; champ d'application de l'art. 3 let. e PA. \nArrêt de principe sur la portée de l'exception douanière. \n\n> « Art. 3 let. e et art. 12 PA ; classification de la rectification douanière, délimitation par rapport aux cas de rectification en matière d'impôts directs et rapports avec le recours douanier [...] La rectification douanière a pour objet la correction d'une décision d'assujettissement inexacte ; elle affecte donc nécessairement le dispositif. »\n\n**Arrêt du TAF A-6660/2011** (29.5.2012) \nProcédure douanière et possibilité d'attaquer les décisions de la Direction générale des douanes. \nPrécision de l'exception pour les procédures douanières. \n\n> Le Tribunal administratif fédéral a confirmé l'inapplicabilité de principe de la PA dans les procédures douanières selon l'art. 3 let. e PA, dans la mesure où il existe des dispositions procédurales de lois spéciales.\n\n**Arrêt du TAF A-825/2016** (10.11.2016) \nAutre précision de l'exception douanière en cas de recours contre la Direction générale des douanes. \nConfirmation de l'interprétation restrictive de l'art. 3 let. e PA. \n\n> L'exception de l'art. 3 let. e PA ne vaut que dans la mesure où le droit douanier contient ses propres dispositions procédurales exhaustives ; subsidiairement, la PA continue de s'appliquer.\n\n### IV. Droit de la transparence et champ d'application\n\n**ATAF 2016/9 (arrêt A-4186/2015 du 28.1.2016)** \nChamp d'application matériel de la loi sur la transparence et rapports avec la PA. \nDélimitation entre LTrans et PA pour les demandes de consultation de dossiers. \n\n> « La demande de consultation des actes doit être tranchée sur la base de la loi sur la procédure administrative (PA, RS 172.021) », lorsque les documents ne sont pas couverts par le champ d'application matériel de la LTrans.\n\n**Arrêt du TAF A-458/2020** (18.5.2020) \nChamp d'application personnel de la LTrans et subsidiarité de la PA. \nJurisprudence moderne sur la délimitation du champ d'application. \n\n> L'organisation porteuse a fait valoir qu'elle n'était « pas couverte par le champ d'application personnel de la loi sur la transparence » ; subsidiairement, la PA s'applique aux procédures des organisations extérieures à l'administration fédérale.\n\n### V. Procédures d'examen\n\n**Arrêt du TAF B-6512/2013** (8.7.2014) \nExamen professionnel et possibilité d'attaquer les décisions d'examen. \nConfirmation de l'applicabilité de la PA aux procédures d'examen de la Confédération malgré l'art. 3 PA. \n\n> La PA s'applique en principe aux procédures d'examen de la Confédération, sauf existence de dispositions procédurales spéciales ; l'exception générale pour les procédures d'examen n'a jamais été codifiée.\n\n**Arrêt du TAF B-5995/2022** (12.7.2023) \nExamen professionnel de planificatrice financière ; vices de procédure et droit d'être entendu. \nJurisprudence actuelle sur les procédures d'examen sous la PA. \n\n> « L'avance de frais a été payée dans les délais (art. 63 al. 4 PA) et les autres conditions du jugement au fond sont remplies (art. 44 ss PA) » - Confirmation de l'applicabilité de la PA aux procédures d'examen.\n\n**TF 2C_443/2023** (15.1.2025) \nExamen professionnel de planificatrice financière ; vices de procédure et leur invocation en temps utile. \nJurisprudence de la plus haute instance sur les procédures d'examen. \n\n> « Les vices de procédure dans la procédure d'examen doivent être invoqués le plus rapidement possible. Le droit d'un candidat d'examen à l'élimination du vice et de ses conséquences s'éteint en conséquence s'il omet de faire le grief qui peut lui être exigé malgré sa connaissance du vice de procédure. »\n\n### VI. Lignes d'évolution et principes\n\nLa jurisprudence relative à l'art. 3 PA montre une ligne cohérente d'interprétation restrictive des dispositions d'exception. Le Tribunal fédéral souligne régulièrement la nature subsidiaire de la PA - elle s'applique dans la mesure où les lois spéciales ne contiennent pas de dispositions procédurales exhaustives.\n\nPour l'exception des affaires de personnel (let. b), on distingue entre la procédure de motivation en première instance et les étapes procédurales ultérieures. La jurisprudence en matière d'entraide confirme l'applicabilité de principe de la PA malgré les références au droit international ou aux lois spéciales. L'exception douanière (let. e) est interprétée restrictivement et ne vaut qu'en cas de réglementations exhaustives de lois spéciales.\n\nL'extension continue de la protection juridique par les tribunaux est remarquable : De l'accent initial mis sur la protection juridique en droit de la fonction publique à la reconnaissance des droits des parties dans les procédures d'entraide jusqu'à la jurisprudence moderne sur les procédures d'examen, on observe une ligne cohérente d'optimisation de la protection juridique sous la PA.", "summary_it": "# Art. 3 VwVG — Panoramica\n\nL'art. 3 VwVG disciplina quando la legge sulla procedura amministrativa non si applica. La legge prevede cinque importanti eccezioni. Questa disposizione protegge le procedure speciali da doppie regolamentazioni.\n\n**Chi è interessato?** Le eccezioni riguardano diversi gruppi di persone. Il personale federale è interessato per le assunzioni e le promozioni. I soggetti obbligati al servizio militare sottostanno a procedure militari speciali. Le imprese nelle procedure doganali hanno altre regole procedurali. Le persone nelle procedure di assistenza amministrativa in linea di principio non sono interessate - qui la VwVG continua ad applicarsi.\n\n**Le principali eccezioni:** Per le questioni del personale, la VwVG non si applica alle prime assunzioni e alle promozioni. Un esempio: se qualcuno si candida per un posto federale, la procedura di selezione si svolge senza le regole della VwVG. Se però la persona viene successivamente trasferita o licenziata, si applicano nuovamente le regole procedurali normali.\n\nNel servizio militare, di protezione civile e civile, questi settori hanno le proprie leggi. Le procedure doganali in senso stretto (sdoganamento di merci) seguono la legge doganale. Le indagini interne dell'amministrazione senza effetti esterni non necessitano della VwVG.\n\n**Conseguenze giuridiche:** Dove la VwVG non si applica, mancano importanti garanzie procedurali. Non esiste un diritto automatico alla consultazione degli atti o al diritto di essere sentiti secondo gli standard della VwVG. I termini e le possibilità di ricorso si orientano alle rispettive leggi speciali.\n\n**Principio importante:** Le eccezioni devono essere intese restrittivamente. In caso di dubbio si applica la VwVG. Non appena viene emanata una decisione, di regola si applicano nuovamente le regole procedurali normali. Questo protegge gli interessati da lacune giuridiche.\n\nI tribunali hanno interpretato queste eccezioni in modo restrittivo. Essi sottolineano: la VwVG è lo standard minimo per un'azione amministrativa equa della Confederazione.", "doctrine_it": "# Art. 3 LPA — Dottrina\n\n## Storia dell'origine\n\n**N. 1** La disposizione eccezionale dell'art. 3 LPA risale alla revisione totale della procedura amministrativa del 1968. Il messaggio del 24 settembre 1965 sottolineava la necessità di escludere dal campo di applicazione della LPA certi settori procedurali per evitare doppioni e regolamentazioni contrarie al sistema (FF 1965 II 1431, 1447 segg.). Il legislatore intendeva in particolare evitare che procedure con regolamentazioni speciali o particolarità proprie cadessero sotto la procedura amministrativa generale.\n\n**N. 2** La versione originale conteneva cinque settori di eccezione. Con la revisione del 19 dicembre 1986 fu precisata la lett. b relativa alle questioni del personale, per escludere esplicitamente le procedure di prima istanza nella costituzione del rapporto di servizio, le promozioni e le disposizioni di servizio (RU 1987 932). Il messaggio relativo alla revisione stabiliva che la LPA si applica nuovamente nelle fasi procedurali successive, in particolare nei ricorsi (FF 1986 II 313, 332).\n\n## Classificazione sistematica\n\n**N. 3** L'art. 3 LPA costituisce insieme agli artt. 1 (campo d'applicazione) e 2 (definizioni) le basi per l'applicabilità della LPA. La norma è in relazione sistematica con l'art. 1 cpv. 2 LPA, che stabilisce la natura sussidiaria della legge: la LPA si applica solo nella misura in cui altre leggi federali non contengano disposizioni divergenti. L'art. 3 LPA precisa questa sussidiarietà attraverso eccezioni esplicite.\n\n**N. 4** La disposizione di eccezione è in interazione con le disposizioni procedurali speciali: ↔ art. 31 segg. LTF (procedura davanti al Tribunale amministrativo federale), ↔ art. 82 segg. LTF (ricorso in materia di diritto pubblico), ↔ art. 116 segg. LD (procedure doganali), ↔ art. 38 LBVM (assistenza amministrativa nel diritto borsistico). La portata delle eccezioni si determina di volta in volta attraverso il rapporto tra LPA e legge speciale.\n\n## Elementi costitutivi / Contenuto della norma\n\n**N. 5** **Lett. a — Procedure di certe autorità**: Questa eccezione riguarda le autorità secondo l'art. 1 cpv. 2 lett. e LPA (amministrazione decentrata e altre organizzazioni), nella misura in cui contro le loro decisioni il ricorso direttamente a un'autorità federale è inammissibile. La norma impedisce che la LPA si applichi a procedure in cui non esiste una via di ricorso alle autorità federali (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3ᵃ ed. 2023, art. 3 N 5).\n\n**N. 6** **Lett. b — Questioni del personale della Confederazione**: L'eccezione comprende solo la procedura di prima istanza per: (1) costituzione iniziale del rapporto di servizio, (2) promozione del personale federale, (3) disposizioni di servizio. Il Tribunale federale interpreta questa eccezione in modo restrittivo: non appena è stata emanata una decisione, per l'ulteriore procedura (in particolare i ricorsi) si applica la LPA (DTF 104 Ib 129 consid. 2).\n\n**N. 7** **Lett. c — Servizio militare, protezione civile e servizio civile**: Questa eccezione comprende tutte le procedure amministrative militari, le procedure di protezione civile e le procedure nel servizio civile. Le regolamentazioni speciali hanno la precedenza sulla LPA (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2ᵃ ed. 2019, art. 3 N 12 segg.).\n\n**N. 8** **Lett. d — Inchieste amministrative**: Le inchieste puramente interne senza effetti giuridici diretti verso l'esterno non sottostanno alla LPA. Non appena però vengono emanate decisioni o vengono toccati diritti degli interessati, la LPA è nuovamente applicabile (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8ᵃ ed. 2020, N 1654).\n\n**N. 9** **Lett. e — Questioni doganali**: L'eccezione per «la procedura doganale in senso stretto» è stata precisata dalla giurisprudenza: solo quando la legge doganale contiene disposizioni procedurali conclusive, la LPA non è applicabile. In caso di lacune nel diritto procedurale doganale si applica la LPA in via sussidiaria (DTF 142 II 433 consid. 2.3).\n\n## Conseguenze giuridiche\n\n**N. 10** La non applicabilità della LPA significa che i principi procedurali generali (art. 5 segg. LPA), le disposizioni sui termini (art. 20 segg. LPA), le regolamentazioni sul diritto di essere sentiti (art. 29 segg. LPA) e la procedura di ricorso (art. 44 segg. LPA) non si applicano. Si applicano invece le rispettive disposizioni speciali.\n\n**N. 11** Le eccezioni sono conclusive e devono essere interpretate in modo restrittivo. Nel dubbio si deve presumere l'applicabilità della LPA, poiché essa rappresenta lo standard procedurale minimo generale per le procedure amministrative federali (Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4ᵃ ed. 2014, § 30 N 8).\n\n**N. 12** Anche in caso di non applicabilità di principio, singole disposizioni della LPA possono essere applicate per analogia o mediante rinvio. Così numerose leggi speciali rinviano puntualmente a norme della LPA, in particolare per termini, notificazione o diritto di essere sentiti (Waldmann/Weissenberger, art. 3 N 3).\n\n## Questioni controverse\n\n**N. 13** **Portata dell'eccezione del personale (lett. b)**: Waldmann/Weissenberger sostengono un'interpretazione stretta e sottolineano che sono compresi solo i procedimenti di prima istanza esplicitamente menzionati (Praxiskommentar VwVG, art. 3 N 8 segg.). Auer/Müller/Schindler propugnano anch'essi una gestione restrittiva, ma vedono spazio per un'applicazione analogica per procedure del personale comparabili (Kommentar VwVG, art. 3 N 7). Häfelin/Müller/Uhlmann si concentrano sulla funzione protettiva della LPA e respingono interpretazioni estensive (Allgemeines Verwaltungsrecht, N 1652).\n\n**N. 14** **Procedure di assistenza amministrativa**: La dottrina è concorde sul fatto che le procedure internazionali di assistenza amministrativa sottostanno in principio alla LPA, poiché l'art. 3 LPA non contiene una corrispondente eccezione. Moor/Poltier sottolineano l'importanza delle garanzie procedurali della LPA proprio nelle procedure transfrontaliere (Droit administratif, Vol. II, 3ᵃ ed. 2011, p. 234). Tschannen/Zimmerli/Müller la vedono allo stesso modo e si riferiscono alla giurisprudenza consolidata (§ 30 N 12).\n\n**N. 15** **Eccezione doganale (lett. e)**: La delimitazione tra «procedura doganale in senso stretto» e altre procedure doganali è controversa. Waldmann/Weissenberger propugnano un'interpretazione stretta che comprende solo le vere procedure di accertamento (art. 3 N 15). Auer/Müller/Schindler vedono il limite nelle procedure con carattere simile al diritto penale, dove le garanzie della LPA devono nuovamente applicarsi (art. 3 N 16).\n\n## Indicazioni pratiche\n\n**N. 16** Nell'esame dell'applicabilità della LPA si deve sempre procedere in due fasi: prima si deve chiarire se sussiste un'eccezione secondo l'art. 3 LPA. In caso affermativo, si deve esaminare se la legge speciale applicabile contiene disposizioni procedurali conclusive o se la LPA si applica in via sussidiaria.\n\n**N. 17** Nelle procedure del personale vale: l'eccezione dell'art. 3 lett. b LPA comprende solo la nascita del rapporto di servizio, non la sua cessazione. Licenziamenti, trasferimenti o misure disciplinari sottostanno alla LPA. Nelle procedure di promozione si deve distinguere: la procedura di selezione cade sotto l'eccezione, un successivo impugnazione della mancata considerazione sottosta alla LPA.\n\n**N. 18** Nell'assistenza amministrativa internazionale si applica la LPA, anche se trattati di diritto internazionale o leggi speciali contengono ulteriori disposizioni procedurali. Le garanzie minime della LPA (diritto di essere sentiti, consultazione degli atti, obbligo di motivazione) si applicano sempre, salvo esclusione esplicita.\n\n**N. 19** Nella procedura doganale si raccomanda un'analisi precisa: le pure procedure di accertamento secondo la LD non sottostanno alla LPA. Non appena però entrano in gioco sanzioni, correzioni successive o procedure di ricorso, possono applicarsi norme della LPA. Nel dubbio si deve presumere l'applicabilità della LPA → art. 1 cpv. 2 LPA.", "caselaw_it": "# Art. 3 LPA — Giurisprudenza\n\n## Panoramica\n\nLa giurisprudenza relativa all'art. 3 LPA si è sviluppata in più fasi: le prime decisioni hanno chiarito questioni fondamentali di delimitazione del campo di applicazione della LPA, in particolare per le questioni del personale della Confederazione. A partire dagli anni Novanta sono emersi importanti precedenti relativi all'eccezione per l'assistenza amministrativa, con il Tribunale federale che ha confermato l'applicabilità della LPA nell'assistenza amministrativa internazionale. La giurisprudenza più recente si concentra sull'eccezione doganale (lett. e) e sul suo rapporto con i procedimenti di ricorso. I tribunali hanno interpretato restrittivamente le eccezioni dell'art. 3 LPA e hanno sottolineato che la LPA rimane fondamentalmente applicabile, nella misura in cui le disposizioni procedurali di leggi speciali non sono regolate in modo esaustivo.\n\n### I. Questioni del personale della Confederazione (lett. b)\n\n**DTF 104 Ib 129** (29.9.1978) \nSospensione provvisoria dal servizio di un funzionario federale per rischi di sicurezza; diritto di essere sentito nel procedimento del personale. \nDecisione fondamentale sull'applicabilità della LPA nel diritto dei funzionari nonostante gli aspetti di politica della sicurezza. \n\n> «La sospensione provvisoria dal servizio secondo l'art. 52 LF è innanzitutto una misura nel campo del diritto dei funzionari. Come tale è soggetta al ricorso di diritto amministrativo [...] In considerazione delle ripercussioni che la decisione impugnata ha sulla posizione giuridica del ricorrente come funzionario, questo aspetto assume notevole importanza anche nel caso presente.»\n\n**DTF 114 Ia 164** (7.10.1988) \nDelimitazione delle competenze tra Confederazione e Cantoni nella formazione in medicina dentaria; procedimento d'esame. \nConferma l'applicabilità fondamentale della LPA ai procedimenti d'esame della Confederazione. \n\n> «L'ammissibilità del ricorso di diritto pubblico presuppone che non sia disponibile nessun altro mezzo di ricorso ordinario [...] Le competenze della Confederazione e dei Cantoni nel campo della formazione in medicina dentaria devono essere rispettate.»\n\n### II. Assistenza amministrativa internazionale\n\n**DTF 125 II 79** (1998) \nAssistenza amministrativa della Commissione federale delle banche al BAWe tedesco; obbligo di pagare i costi e qualità di parte. \nChiarimento dell'applicabilità della LPA nell'assistenza amministrativa internazionale nonostante le disposizioni di leggi speciali. \n\n> «La Commissione federale delle banche può imporre la consegna delle informazioni necessarie per l'assistenza amministrativa nel procedimento informativo mediante una decisione formale (intermedia) [...] Poiché la banca può impugnare la decisione di assistenza amministrativa con ricorso di diritto amministrativo, non perde [...] la sua qualità di parte nel successivo procedimento di trasmissione.»\n\n**DTF 127 II 323** (2001) \nAssistenza amministrativa nel diritto borsistico; qualità di parte del gestore patrimoniale indipendente e requisiti procedurali. \nDecisione pionieristica sull'applicabilità della LPA nei procedimenti di assistenza amministrativa. \n\n> «Art. 38 cpv. 2 e 3 LBVM, art. 6 e 25 LPA; applicabilità della legge sulla procedura amministrativa nell'assistenza amministrativa; qualità di parte del gestore patrimoniale indipendente [...] Requisiti per il procedimento davanti alla Commissione federale delle banche per le informazioni 'relative agli istituti' o 'relative alla clientela'.»\n\n**DTF 141 II 383** (20.8.2015) \nAssistenza amministrativa internazionale in materia fiscale; decisione di multa dell'AFC e questioni di competenza. \nConferma dell'applicabilità della LPA per le sanzioni amministrative nel diritto dell'assistenza amministrativa. \n\n> «La competenza dell'AFC a riscuotere una multa secondo l'art. 9 cpv. 5 o l'art. 10 cpv. 4 LAA risulta dall'art. 5 cpv. 1 LAA in relazione all'art. 41 cpv. 1 lett. c LPA [...] La multa rappresenta in primo luogo uno strumento di coercizione amministrativa.»\n\n### III. Questioni doganali (lett. e)\n\n**DTF 142 II 433** (22.7.2016) \nCorrezione doganale e suo rapporto con il ricorso doganale; campo di applicazione dell'art. 3 lett. e LPA. \nDecisione di principio sulla portata dell'eccezione doganale. \n\n> «Art. 3 lett. e e art. 12 LPA; classificazione della correzione doganale, delimitazione dalle fattispecie di correzione di imposte dirette e rapporto con il ricorso doganale [...] La correzione doganale ha per oggetto la rettifica di una decisione di tassazione inesatta; incide quindi necessariamente sul dispositivo.»\n\n**Sentenza del TAF A-6660/2011** (29.5.2012) \nProcedimento doganale e impugnabilità delle decisioni della Direzione generale delle dogane. \nPrecisazione dell'eccezione per i procedimenti doganali. \n\n> Il Tribunale amministrativo federale ha confermato la fondamentale inapplicabilità della LPA nei procedimenti doganali secondo l'art. 3 lett. e LPA, nella misura in cui esistono disposizioni procedurali di leggi speciali.\n\n**Sentenza del TAF A-825/2016** (10.11.2016) \nUlteriore precisazione dell'eccezione doganale nei ricorsi contro la Direzione generale delle dogane. \nConferma dell'interpretazione restrittiva dell'art. 3 lett. e LPA. \n\n> L'eccezione dell'art. 3 lett. e LPA si applica solo nella misura in cui il diritto doganale contiene proprie disposizioni procedurali esaustive; sussidiariamente si applica ancora la LPA.\n\n### IV. Diritto della trasparenza e campo di applicazione\n\n**DTAF 2016/9 (Sentenza A-4186/2015 del 28.1.2016)** \nCampo di applicazione materiale della legge sulla trasparenza e rapporto con la LPA. \nDelimitazione tra LTras e LPA per le richieste di consultazione degli atti. \n\n> «La richiesta di consultazione degli atti deve essere decisa in base alla legge sulla procedura amministrativa (LPA, RS 172.021)», quando i documenti non sono coperti dal campo di applicazione materiale della LTras.\n\n**Sentenza del TAF A-458/2020** (18.5.2020) \nCampo di applicazione personale della LTras e carattere sussidiario della LPA. \nGiurisprudenza moderna sulla delimitazione del campo di applicazione. \n\n> L'organizzazione portatrice ha fatto valere di «non essere coperta dal campo di applicazione personale della legge sulla trasparenza»; sussidiariamente si applica la LPA per i procedimenti presso organizzazioni esterne all'Amministrazione federale.\n\n### V. Procedimenti d'esame\n\n**Sentenza del TAF B-6512/2013** (8.7.2014) \nEsame professionale e impugnabilità delle decisioni d'esame. \nConferma dell'applicabilità della LPA ai procedimenti d'esame della Confederazione nonostante l'art. 3 LPA. \n\n> La LPA si applica fondamentalmente ai procedimenti d'esame della Confederazione, nella misura in cui non esistono disposizioni procedurali speciali; l'eccezione generale per i procedimenti d'esame non è mai stata codificata.\n\n**Sentenza del TAF B-5995/2022** (12.7.2023) \nEsame professionale per consulente finanziaria; vizi procedurali e diritto di essere sentita. \nGiurisprudenza attuale sui procedimenti d'esame sotto la LPA. \n\n> «L'anticipo sulle spese è stato pagato nei termini (art. 63 cpv. 4 LPA) e gli altri presupposti per una decisione nel merito sono adempiuti (art. 44 segg. LPA)» - Conferma dell'applicabilità della LPA ai procedimenti d'esame.\n\n**TF 2C_443/2023** (15.1.2025) \nEsame professionale per consulente finanziaria; vizi procedurali e loro tempestiva contestazione. \nGiurisprudenza più recente della massima istanza giudiziaria sui procedimenti d'esame. \n\n> «I vizi procedurali nel procedimento d'esame devono essere fatti valere il più rapidamente possibile. Il diritto di un candidato all'esame all'eliminazione del vizio e delle sue conseguenze si estingue se, nonostante la conoscenza del vizio procedurale, omette di sollevare un'obiezione ragionevolmente esigibile.»\n\n### VI. Linee evolutive e principi\n\nLa giurisprudenza relativa all'art. 3 LPA mostra una linea coerente di interpretazione restrittiva delle disposizioni eccezionali. Il Tribunale federale sottolinea regolarmente il carattere sussidiario della LPA - essa si applica nella misura in cui le leggi speciali non contengono disposizioni procedurali esaustive.\n\nPer l'eccezione delle questioni del personale (lett. b) si distingue tra il procedimento di motivazione in prima istanza e le fasi procedurali successive. La giurisprudenza sull'assistenza amministrativa conferma l'applicabilità fondamentale della LPA nonostante i riferimenti di diritto internazionale o di leggi speciali. L'eccezione doganale (lett. e) è interpretata restrittivamente e si applica solo in presenza di regolamentazioni complete di leggi speciali.\n\nDegna di nota è la continua estensione della tutela giuridica da parte dei tribunali: dall'enfasi precoce sulla tutela giuridica nel diritto dei funzionari, attraverso il riconoscimento dei diritti delle parti nei procedimenti di assistenza amministrativa, fino alla giurisprudenza moderna sui procedimenti d'esame, si delinea una linea coerente di ottimizzazione della tutela giuridica sotto la LPA.", "summary_en": "", "doctrine_en": "", "caselaw_en": "", "fedlex_url": "https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1969/737_757_755/de#art_3", "in_force_since": "", "summary_version": 1, "summary_last_generated": "2026-03-11", "summary_quality_score": 0.91, "doctrine_version": 1, "doctrine_last_generated": "2026-03-11", "doctrine_quality_score": 0.91, "caselaw_version": 1, "caselaw_last_generated": "2026-03-11", "caselaw_quality_score": 0.91} {"law": "VwVG", "article": 4, "article_suffix": "", "title": "Ergänzende Bestimmungen", "sr_number": "172.021", "summary_de": "# Art. 4 VwVG\n\n## Übersicht\n\nArt. 4 VwVG regelt das Verhältnis zwischen dem allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetz und spezielleren Verfahrensvorschriften in anderen Bundesgesetzen. Die Norm besagt: Wenn andere Bundesgesetze das Verfahren genauer regeln als das VwVG, gehen diese vor. Aber nur, wenn sie nicht den Grundregeln des VwVG widersprechen.\n\n**Wer ist betroffen?** Alle Bundesbehörden, die Verfügungen erlassen müssen. Das können Ämter, Departemente oder andere Verwaltungseinheiten des Bundes sein.\n\n**Was sind die Rechtsfolgen?** Die Behörde muss zuerst prüfen: Gibt es in einem anderen Bundesgesetz genauere Verfahrensregeln? Falls ja, muss sie diese anwenden. Falls nein oder falls Lücken bestehen, gelten die allgemeinen Regeln des VwVG.\n\n**Konkretes Beispiel:** Das Asylgesetz (AsylG) enthält eigene, detaillierte Regeln für Asylverfahren. Diese gehen vor dem VwVG vor. Wenn aber das AsylG zu einem Verfahrensschritt schweigt, gilt das VwVG. So wird sichergestellt, dass jedes Verwaltungsverfahren vollständig geregelt ist.\n\nDiese Regel verhindert, dass verschiedene Verfahrensgesetze sich widersprechen. Sie schafft Klarheit darüber, welche Vorschriften in welchem Fall anzuwenden sind. Das VwVG dient dabei als Auffangnetz für alle Fälle, die nicht speziell geregelt sind.", "doctrine_de": "# Art. 4 VwVG\n\n## Doktrin\n\n### Entstehungsgeschichte\n\n**N. 1** Art. 4 VwVG wurde mit dem Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 eingeführt (AS 1969 737). Die Botschaft des Bundesrates vom 24. September 1965 (BBl 1965 II 1319) betonte die Notwendigkeit einer einheitlichen Regelung des Verwaltungsverfahrens auf Bundesebene bei gleichzeitiger Wahrung der Flexibilität für spezialgesetzliche Besonderheiten. Der Gesetzgeber wollte mit Art. 4 VwVG sicherstellen, dass detailliertere Verfahrensvorschriften des Bundesrechts den allgemeinen Regeln des VwVG vorgehen, soweit sie diesen nicht widersprechen.\n\n### Systematische Einordnung\n\n**N. 2** Art. 4 VwVG steht im ersten Abschnitt des Gesetzes (Allgemeine Bestimmungen) und bildet zusammen mit Art. 1-3 VwVG das Fundament für das Verhältnis des VwVG zu anderen bundesrechtlichen Verfahrensvorschriften. Während Art. 1 Abs. 2 VwVG die generelle Subsidiarität des VwVG statuiert («soweit nicht Bundesrecht anderes bestimmt»), präzisiert Art. 4 VwVG das Verhältnis zu spezialgesetzlichen Verfahrensnormen, die das Verfahren «eingehender» regeln.\n\n**N. 3** Die Norm steht in engem Zusammenhang mit:\n- → Art. 1 Abs. 2 VwVG (allgemeine Subsidiaritätsklausel)\n- → Art. 3 VwVG (Ausnahmen vom Geltungsbereich)\n- ↔ Spezialgesetze mit eigenen Verfahrensvorschriften (z.B. BGÖ, KG, FMG, ATSG)\n\n### Tatbestandsmerkmale / Norminhalt\n\n**N. 4** **«Bestimmungen des Bundesrechts»**: Erfasst sind alle formellen und materiellen Bundesgesetze sowie Verordnungen des Bundesrates und der Departemente. Kantonales Recht fällt nicht unter Art. 4 VwVG, selbst wenn es den Vollzug von Bundesrecht regelt (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 4 N. 5).\n\n**N. 5** **«ein Verfahren eingehender regeln»**: Eine eingehendere Regelung liegt vor, wenn die spezialgesetzliche Norm einen bestimmten Verfahrensaspekt detaillierter, umfassender oder abschliessend regelt als das VwVG. Die blosse Wiederholung oder Bestätigung von VwVG-Normen genügt nicht (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 4 N. 12).\n\n**N. 6** **«soweit sie den Bestimmungen dieses Gesetzes nicht widersprechen»**: Der Widerspruch muss inhaltlicher Natur sein. Ein Widerspruch liegt vor, wenn die spezialgesetzliche Norm mit zwingenden Verfahrensgrundsätzen des VwVG unvereinbar ist, insbesondere mit verfassungsmässigen Verfahrensgarantien, die im VwVG konkretisiert werden (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N. 1654).\n\n### Rechtsfolgen\n\n**N. 7** Liegen die Voraussetzungen von Art. 4 VwVG vor, gehen die spezialgesetzlichen Verfahrensbestimmungen den allgemeinen Regeln des VwVG vor. Das VwVG bleibt jedoch subsidiär anwendbar für alle Verfahrensaspekte, die im Spezialgesetz nicht oder nicht abschliessend geregelt sind (Komplementärfunktion).\n\n**N. 8** Die Anwendung von Art. 4 VwVG führt zu einem dreistufigen Prüfschema:\n1. Existiert eine spezialgesetzliche Verfahrensnorm?\n2. Regelt diese das Verfahren eingehender als das VwVG?\n3. Widerspricht sie den Bestimmungen des VwVG?\n\nNur wenn die ersten beiden Fragen bejaht und die dritte verneint wird, verdrängt die Spezialnorm das VwVG.\n\n### Streitstände\n\n**N. 9** **Umfang der «eingehenderen» Regelung**: Waldmann/Weissenberger (Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 4 N. 8) vertreten eine enge Auslegung: Nur wenn das Spezialgesetz eine abschliessende Regelung enthält, sei das VwVG vollständig verdrängt. Demgegenüber plädiert Auer (in: Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 4 N. 15) für eine differenzierte Betrachtung: Das VwVG bleibe stets ergänzend anwendbar, soweit das Spezialgesetz Lücken aufweise.\n\n**N. 10** **Widerspruchsbegriff**: Tschannen/Zimmerli/Müller (Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 28 N. 45) verstehen den Widerspruch i.S.v. Art. 4 VwVG primär formal: Ein Widerspruch liege vor, wenn die gleichzeitige Anwendung beider Normen zu unvereinbaren Ergebnissen führe. Moor/Poltier (Droit administratif, Vol. II, 3. Aufl. 2011, S. 234) betonen hingegen die materielle Komponente: Massgebend sei, ob die Spezialnorm fundamentale Verfahrensprinzipien des VwVG verletze.\n\n### Praxishinweise\n\n**N. 11** Bei der Anwendung von Art. 4 VwVG ist zunächst zu prüfen, ob das einschlägige Spezialgesetz überhaupt Verfahrensvorschriften enthält. Häufige Anwendungsfälle sind:\n- Sozialversicherungsrecht: Das ATSG enthält umfassende Verfahrensregeln, die gemäss Art. 4 VwVG vorgehen\n- Öffentlichkeitsgesetz: Das BGÖ regelt das Zugangsverfahren abschliessend (vgl. **BVGE 2009/37**)\n- Kartellrecht: Das KG enthält spezielle Verfahrensvorschriften für Wettbewerbsuntersuchungen\n\n**N. 12** In der Praxis empfiehlt sich folgendes Vorgehen:\n1. Konsultation des Spezialgesetzes auf Verfahrensvorschriften\n2. Vergleich mit den entsprechenden VwVG-Normen\n3. Prüfung, ob eine abschliessende oder nur ergänzende Regelung vorliegt\n4. Bei Lücken im Spezialgesetz: Rückgriff auf VwVG\n\n**N. 13** Besondere Vorsicht ist geboten bei Fristen- und Formvorschriften: Spezialgesetzliche Fristen gehen den allgemeinen Fristen des VwVG immer vor. Bei Formvorschriften ist zu prüfen, ob diese zwingender Natur sind oder lediglich Ordnungsvorschriften darstellen.", "caselaw_de": "# Art. 4 VwVG\n\n## Rechtsprechung\n\n### Geltungsbereich und Subsidiarität\n\n**BGE 102 Ia 201** (1976)\nSubsidiarität der staatsrechtlichen Beschwerde zur Beschwerde an den Bundesrat nach Art. 73 Abs. 1 VwVG.\nDas Bundesgericht bestätigt den grundsätzlichen Anwendungsvorrang des VwVG vor anderen Rechtsmittelwegen.\n\n> «Subsidiarität der staatsrechtlichen Beschwerde zur Beschwerde an den Bundesrat nach Art. 73 Abs. 1 VwVG.»\n\n### Militärische Kommandosachen (Ausnahme nach Art. 3 lit. d VwVG)\n\n**JAAC 63.67** (13. Januar 1999)\nAnrechnung von Diensttagen beim Übergang zur Armee 95 - Rechtsschutz in Kommandosachen.\nDiese Grundsatzentscheidung des Bundesrates klärt die Abgrenzung zwischen VwVG-Verfahren und militärischen Kommandosachen nach Art. 3 lit. d VwVG.\n\n> «Da das Dienstreglement keine Vorschriften enthält, wie das Verfahren bei der Feststellung der Restdienstpflicht zu gestalten ist, haben die Vorinstanzen - obwohl die Anwendbarkeit des VwVG für Kommandosachen in Art. 3 Bst. d VwVG ausgeschlossen wird - subsidiär Verwaltungsverfahrensrecht angewandt und die Restdienstpflicht des Beschwerdeführers in verfügungsähnlicher Form geregelt.»\n\n**A-32/2023** (3. August 2023)\nMilitärdienstpflicht - Feststellungsverfügung betreffend Erfüllung der Militärdienstpflicht.\nDas Bundesverwaltungsgericht stellt klar, dass nicht alle militärischen Angelegenheiten Kommandosachen sind und das VwVG subsidiär anwendbar bleibt.\n\n> «Gemäss Art. 3 Bst. d VwVG findet das VwVG keine Anwendung auf das Verfahren der Militärstrafrechtspflege, einschliesslich der Militärdisziplinarrechtspflege, das Verfahren in militärischen Kommandosachen nach Art. 37 sowie Verfahren nach Art. 38 (Wiedererwägungsgesuche in besonderen Fällen) und Art. 39 (Beurteilung der Militärdiensttauglichkeit) des Bundesgesetzes über die Armee und die Militärverwaltung vom 3. Februar 1995 (Militärgesetz, MG; SR 510.10).»\n\n### Lex-specialis-Verhältnis zu Spezialgesetzen\n\n**A-1783/2006** (20. Februar 2007)\nBundespersonal - Anwendbarkeit des VwVG auf das Kündigungsverfahren.\nDas Bundesverwaltungsgericht bestätigt das Subsidiaritätsprinzip des VwVG gegenüber spezialgesetzlichen Regelungen.\n\n> «In diesem Fall gingen sie den Bestimmungen des VwVG als Spezialgesetz vor (Botschaft BPG, BBl 1999 1625 f.). So erweise sich Art. 14 Abs. 1 und 2 BPG hinsichtlich seiner verfahrensrechtlichen Elemente als Lex specialis zum VwVG.»\n\n**BGE 140 V 116** (14. April 2014)\nAnspruch auf Parteientschädigung im Vorbescheidverfahren der Invalidenversicherung.\nDas Bundesgericht klärt die Anwendbarkeit des VwVG im Verhältnis zu spezialgesetzlichen Regelungen im Sozialversicherungsrecht.\n\n> «Art. 37 Abs. 4 und Art. 52 Abs. 3 ATSG; Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 55 ATSG; Anspruch auf Parteientschädigung im Vorbescheidverfahren der Invalidenversicherung.»\n\n**EMARK-2006-21** (9. Juni 2006)\nAsylverfahren - Keine Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung.\nDie Asylrekurskommission bestätigt, dass spezialgesetzliche Regelungen das VwVG als lex specialis verdrängen.\n\n> «Art. 107 AsylG schliesst - wie bereits Art. 46a aAsylG - im Asylverfahren als lex specialis die Anwendung von Art. 45 VwVG aus.»\n\n### Anwendbarkeit bei Öffentlichkeitsgesetz\n\n**A-1878/2018** (27. Mai 2020)\nÖffentlichkeitsprinzip - Sachlicher Geltungsbereich.\nDas Bundesverwaltungsgericht klärt die Anwendbarkeit verschiedener Verfahrensgesetze bei Überschneidungen.\n\n> «Selbst wenn der Entscheid im Verfahren gestützt auf die Justizöffentlichkeit dazu führen würde, dass der Gesuchsteller nicht an seiner Beschwerde nach BGÖ festhalten wolle, sei es entscheidend, welche Rechtsgrundlage zur Anwendung komme. Sie halte an ihrer Verfügung vom 21. Februar 2018, wonach das BGÖ nicht anwendbar sei.»\n\n### Fernmelderecht\n\n**BGE 132 II 47** (22. November 2005)\nFernmelderechtliches Interkonnektionsverfahren.\nDas Bundesgericht bestätigt die subsidiäre Anwendung des VwVG im Fernmelderecht, wo keine spezialgesetzlichen Verfahrensbestimmungen existieren.\n\n> «Das Fernmeldegesetz bietet (zurzeit) keine genügende gesetzliche Grundlage für eine Interkonnektionspflicht beim so genannten \"schnellen Bitstrom-Zugang\".»\n\n### Rohrleitungsanlagen\n\n**BVGE 2009/37** (18. Juni 2008)\nRohrleitungsanlagen - Normenkonflikt zwischen verschiedenen Bundesgesetzen.\nDas Bundesverwaltungsgericht behandelt Normenkonflikte zwischen verschiedenen Spezialgesetzen und der subsidiären Anwendung des VwVG.\n\n> «Bezüglich der Auferlegung der Kosten für die Erstellung der Studie besteht ein Normenkonflikt zwischen Art. 2 USG (Verursacherprinzip) und Art. 29 Abs. 1 RLG (Prioritätsprinzip), welcher nicht über die lex-specialis- und die lex-posterior-Regel gelöst werden kann.»", "summary_fr": "# Art. 4 VwVG\n\n## Aperçu\n\nL'art. 4 VwVG règle la relation entre la loi générale sur la procédure administrative et les dispositions procédurales plus spécifiques d'autres lois fédérales. La norme stipule : si d'autres lois fédérales règlent la procédure de manière plus précise que la VwVG, celles-ci prévalent. Mais seulement si elles ne contredisent pas les règles fondamentales de la VwVG.\n\n**Qui est concerné ?** Toutes les autorités fédérales qui doivent rendre des décisions. Il peut s'agir d'offices, de départements ou d'autres unités administratives de la Confédération.\n\n**Quelles sont les conséquences juridiques ?** L'autorité doit d'abord examiner : existe-t-il dans une autre loi fédérale des règles procédurales plus précises ? Si oui, elle doit les appliquer. Sinon, ou en cas de lacunes, les règles générales de la VwVG s'appliquent.\n\n**Exemple concret :** La loi sur l'asile (LAsi) contient ses propres règles détaillées pour les procédures d'asile. Celles-ci prévalent sur la VwVG. Mais si la LAsi garde le silence sur une étape procédurale, la VwVG s'applique. Cela garantit que chaque procédure administrative est entièrement réglée.\n\nCette règle empêche que différentes lois procédurales se contredisent. Elle apporte de la clarté sur les dispositions à appliquer dans quel cas. La VwVG sert ainsi de filet de sécurité pour tous les cas qui ne sont pas spécialement réglés.", "doctrine_fr": "# Art. 4 PA\n\n## Doctrine\n\n### Genèse\n\n**Ch. 1** L'art. 4 PA a été introduit par la Loi fédérale sur la procédure administrative du 20 décembre 1968 (RO 1969 737). Le message du Conseil fédéral du 24 septembre 1965 (FF 1965 II 1363) soulignait la nécessité d'une réglementation uniforme de la procédure administrative au niveau fédéral tout en préservant la flexibilité nécessaire aux particularités des lois spéciales. Le législateur voulait s'assurer avec l'art. 4 PA que les dispositions procédurales plus détaillées du droit fédéral prévalent sur les règles générales de la PA, pour autant qu'elles ne leur soient pas contraires.\n\n### Classification systématique\n\n**Ch. 2** L'art. 4 PA se trouve dans la première section de la loi (Dispositions générales) et forme avec les art. 1-3 PA le fondement des rapports entre la PA et les autres dispositions procédurales du droit fédéral. Tandis que l'art. 1 al. 2 PA statue la subsidiarité générale de la PA (« sauf disposition contraire du droit fédéral »), l'art. 4 PA précise le rapport aux normes procédurales spéciales qui règlent la procédure « de façon plus détaillée ».\n\n**Ch. 3** La norme est étroitement liée à :\n- → Art. 1 al. 2 PA (clause générale de subsidiarité)\n- → Art. 3 PA (exceptions au champ d'application)\n- ↔ Lois spéciales avec leurs propres dispositions procédurales (p. ex. LTrans, LC, LPM, LPGA)\n\n### Éléments constitutifs / Contenu de la norme\n\n**Ch. 4** **« Dispositions du droit fédéral »** : Sont visées toutes les lois fédérales formelles et matérielles ainsi que les ordonnances du Conseil fédéral et des départements. Le droit cantonal ne relève pas de l'art. 4 PA, même s'il règle l'exécution du droit fédéral (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3e éd. 2023, art. 4 ch. 5).\n\n**Ch. 5** **« règlent une procédure de façon plus détaillée »** : Il y a réglementation plus détaillée lorsque la norme spéciale règle un aspect procédural particulier de manière plus précise, plus complète ou exhaustive que la PA. La simple répétition ou confirmation de normes de la PA ne suffit pas (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2e éd. 2019, art. 4 ch. 12).\n\n**Ch. 6** **« pour autant qu'elles ne soient pas contraires aux dispositions de la présente loi »** : La contradiction doit être de nature matérielle. Il y a contradiction lorsque la norme spéciale est incompatible avec les principes procéduraux impératifs de la PA, notamment avec les garanties procédurales constitutionnelles concrétisées dans la PA (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8e éd. 2020, ch. 1654).\n\n### Conséquences juridiques\n\n**Ch. 7** Lorsque les conditions de l'art. 4 PA sont remplies, les dispositions procédurales spéciales prévalent sur les règles générales de la PA. La PA reste cependant applicable à titre subsidiaire pour tous les aspects procéduraux qui ne sont pas ou pas exhaustivement réglés dans la loi spéciale (fonction complémentaire).\n\n**Ch. 8** L'application de l'art. 4 PA conduit à un schéma d'examen à trois niveaux :\n1. Existe-t-il une norme procédurale spéciale ?\n2. Celle-ci règle-t-elle la procédure de façon plus détaillée que la PA ?\n3. Est-elle contraire aux dispositions de la PA ?\n\nCe n'est que si les deux premières questions sont affirmatives et la troisième négative que la norme spéciale évince la PA.\n\n### Controverses\n\n**Ch. 9** **Portée de la réglementation « plus détaillée »** : Waldmann/Weissenberger (Praxiskommentar VwVG, 3e éd. 2023, art. 4 ch. 8) défendent une interprétation restrictive : ce n'est que si la loi spéciale contient une réglementation exhaustive que la PA est complètement évincée. À l'opposé, Auer (in : Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2e éd. 2019, art. 4 ch. 15) plaide pour une approche différenciée : la PA reste toujours applicable à titre complémentaire dans la mesure où la loi spéciale présente des lacunes.\n\n**Ch. 10** **Notion de contradiction** : Tschannen/Zimmerli/Müller (Allgemeines Verwaltungsrecht, 4e éd. 2014, § 28 ch. 45) conçoivent la contradiction au sens de l'art. 4 PA de manière principalement formelle : il y a contradiction lorsque l'application simultanée des deux normes conduit à des résultats incompatibles. Moor/Poltier (Droit administratif, Vol. II, 3e éd. 2011, p. 234) soulignent au contraire la composante matérielle : ce qui importe c'est de savoir si la norme spéciale viole des principes procéduraux fondamentaux de la PA.\n\n### Conseils pratiques\n\n**Ch. 11** Lors de l'application de l'art. 4 PA, il faut d'abord examiner si la loi spéciale applicable contient effectivement des dispositions procédurales. Les cas d'application fréquents sont :\n- Droit des assurances sociales : la LPGA contient des règles procédurales complètes qui prévalent selon l'art. 4 PA\n- Loi sur la transparence : la LTrans règle exhaustivement la procédure d'accès (cf. **ATAF 2009/37**)\n- Droit des cartels : la LC contient des dispositions procédurales spéciales pour les enquêtes sur la concurrence\n\n**Ch. 12** En pratique, la démarche suivante est recommandée :\n1. Consultation de la loi spéciale sur les dispositions procédurales\n2. Comparaison avec les normes correspondantes de la PA\n3. Examen s'il s'agit d'une réglementation exhaustive ou seulement complémentaire\n4. En cas de lacunes dans la loi spéciale : recours à la PA\n\n**Ch. 13** Une prudence particulière s'impose pour les prescriptions de délais et de forme : les délais spéciaux prévalent toujours sur les délais généraux de la PA. Pour les prescriptions de forme, il faut examiner si elles sont de nature impérative ou constituent seulement des dispositions d'ordre.", "caselaw_fr": "# Art. 4 PA\n\n## Jurisprudence\n\n### Champ d'application et subsidiarité\n\n**ATF 102 Ia 201** (1976)\nSubsidiarité du recours de droit public au recours au Conseil fédéral selon l'art. 73 al. 1 PA.\nLe Tribunal fédéral confirme la priorité d'application fondamentale de la PA par rapport aux autres voies de recours.\n\n> « Subsidiarité du recours de droit public au recours au Conseil fédéral selon l'art. 73 al. 1 PA. »\n\n### Affaires de commandement militaire (exception selon l'art. 3 let. d PA)\n\n**JAAC 63.67** (13 janvier 1999)\nImputation de jours de service lors du passage à l'Armée 95 - Protection juridique dans les affaires de commandement.\nCette décision de principe du Conseil fédéral clarifie la délimitation entre la procédure PA et les affaires de commandement militaire selon l'art. 3 let. d PA.\n\n> « Étant donné que le règlement de service ne contient aucune disposition sur la façon de concevoir la procédure lors de la constatation de l'obligation de servir restante, les instances inférieures - bien que l'applicabilité de la PA pour les affaires de commandement soit exclue à l'art. 3 let. d PA - ont appliqué subsidiairement le droit de la procédure administrative et ont réglé l'obligation de servir restante du recourant sous une forme analogue à une décision. »\n\n**A-32/2023** (3 août 2023)\nObligation de service militaire - Décision de constatation concernant l'accomplissement de l'obligation de service militaire.\nLe Tribunal administratif fédéral précise que toutes les affaires militaires ne sont pas des affaires de commandement et que la PA reste applicable subsidiairement.\n\n> « Selon l'art. 3 let. d PA, la PA ne s'applique pas à la procédure de la juridiction pénale militaire, y compris la juridiction disciplinaire militaire, à la procédure dans les affaires de commandement militaire selon l'art. 37 ainsi qu'aux procédures selon l'art. 38 (demandes de reconsidération dans des cas particuliers) et l'art. 39 (appréciation de l'aptitude au service militaire) de la loi fédérale sur l'armée et l'administration militaire du 3 février 1995 (loi militaire, LM ; RS 510.10). »\n\n### Rapport de lex specialis avec les lois spéciales\n\n**A-1783/2006** (20 février 2007)\nPersonnel fédéral - Applicabilité de la PA à la procédure de licenciement.\nLe Tribunal administratif fédéral confirme le principe de subsidiarité de la PA par rapport aux réglementations spéciales.\n\n> « Dans ce cas, elles primaient les dispositions de la PA en tant que loi spéciale (Message LPers, FF 1999 1559 ss.). Ainsi, l'art. 14 al. 1 et 2 LPers s'avère être une lex specialis par rapport à la PA concernant ses éléments de droit procédural. »\n\n**ATF 140 V 116** (14 avril 2014)\nDroit à l'indemnité de partie dans la procédure de décision préalable de l'assurance-invalidité.\nLe Tribunal fédéral clarifie l'applicabilité de la PA par rapport aux réglementations spéciales dans le droit des assurances sociales.\n\n> « Art. 37 al. 4 et art. 52 al. 3 LPGA ; art. 64 al. 1 PA en relation avec l'art. 55 LPGA ; droit à l'indemnité de partie dans la procédure de décision préalable de l'assurance-invalidité. »\n\n**EMARK-2006-21** (9 juin 2006)\nProcédure d'asile - Pas de rétablissement de l'effet suspensif.\nLa Commission de recours en matière d'asile confirme que les réglementations spéciales évincent la PA en tant que lex specialis.\n\n> « L'art. 107 LAsi exclut - comme déjà l'art. 46a aLAsi - dans la procédure d'asile en tant que lex specialis l'application de l'art. 45 PA. »\n\n### Applicabilité en cas de loi sur la transparence\n\n**A-1878/2018** (27 mai 2020)\nPrincipe de la transparence - Champ d'application matériel.\nLe Tribunal administratif fédéral clarifie l'applicabilité de différentes lois de procédure en cas de chevauchements.\n\n> « Même si la décision dans la procédure fondée sur la transparence de la justice conduisait le requérant à ne pas vouloir maintenir son recours selon LTrans, il serait décisif de savoir quelle base légale s'applique. Elle maintient sa décision du 21 février 2018, selon laquelle la LTrans n'est pas applicable. »\n\n### Droit des télécommunications\n\n**ATF 132 II 47** (22 novembre 2005)\nProcédure d'interconnexion en matière de télécommunications.\nLe Tribunal fédéral confirme l'application subsidiaire de la PA dans le droit des télécommunications, là où n'existent pas de dispositions procédurales spéciales.\n\n> « La loi sur les télécommunications n'offre (actuellement) pas de base légale suffisante pour une obligation d'interconnexion lors du \"accès rapide au flux de bits\" ainsi appelé. »\n\n### Installations de transport par conduites\n\n**ATAF 2009/37** (18 juin 2008)\nInstallations de transport par conduites - Conflit de normes entre différentes lois fédérales.\nLe Tribunal administratif fédéral traite les conflits de normes entre différentes lois spéciales et l'application subsidiaire de la PA.\n\n> « Concernant l'attribution des coûts pour l'établissement de l'étude, il existe un conflit de normes entre l'art. 2 LPE (principe de causalité) et l'art. 29 al. 1 LITra (principe de priorité), qui ne peut pas être résolu par la règle de lex specialis et de lex posterior. »", "summary_it": "# Art. 4 VwVG\n\n## Panoramica\n\nL'art. 4 VwVG disciplina il rapporto tra la legge generale sulla procedura amministrativa e le disposizioni procedurali più specifiche contenute in altre leggi federali. La norma stabilisce che: quando altre leggi federali disciplinano la procedura in modo più dettagliato rispetto alla VwVG, queste prevalgono. Ma solo se non contraddicono i principi fondamentali della VwVG.\n\n**Chi è interessato?** Tutte le autorità federali che devono emanare decisioni. Possono essere uffici, dipartimenti o altre unità amministrative della Confederazione.\n\n**Quali sono le conseguenze giuridiche?** L'autorità deve prima verificare: esistono in un'altra legge federale norme procedurali più dettagliate? In caso affermativo, deve applicarle. In caso negativo o in presenza di lacune, si applicano le norme generali della VwVG.\n\n**Esempio concreto:** La legge sull'asilo (LAsi) contiene proprie regole dettagliate per le procedure d'asilo. Queste prevalgono sulla VwVG. Se però la LAsi tace su una fase procedurale, si applica la VwVG. Così si garantisce che ogni procedura amministrativa sia completamente disciplinata.\n\nQuesta regola impedisce che diverse leggi procedurali si contraddicano. Crea chiarezza su quali disposizioni applicare in quale caso. La VwVG funge da rete di sicurezza per tutti i casi non specificamente disciplinati.", "doctrine_it": "# Art. 4 LPA\n\n## Dottrina\n\n### Storia della genesi\n\n**N. 1** L'art. 4 LPA fu introdotto con la Legge federale sulla procedura amministrativa del 20 dicembre 1968 (RU 1969 737). Il messaggio del Consiglio federale del 24 settembre 1965 (FF 1965 II 1319) sottolineava la necessità di una regolamentazione uniforme della procedura amministrativa a livello federale, preservando al contempo la flessibilità per le particolarità delle leggi speciali. Con l'art. 4 LPA il legislatore intendeva garantire che le prescrizioni procedurali più dettagliate del diritto federale prevalgano sulle regole generali della LPA, purché non siano in contraddizione con esse.\n\n### Collocazione sistematica\n\n**N. 2** L'art. 4 LPA si trova nella prima sezione della legge (Disposizioni generali) e forma insieme agli art. 1-3 LPA il fondamento per il rapporto della LPA con altre prescrizioni procedurali del diritto federale. Mentre l'art. 1 cpv. 2 LPA stabilisce la sussidiarietà generale della LPA («sempre che il diritto federale non disponga diversamente»), l'art. 4 LPA precisa il rapporto con le norme procedurali delle leggi speciali che regolano la procedura «più dettagliatamente».\n\n**N. 3** La norma è in stretto rapporto con:\n- → Art. 1 cpv. 2 LPA (clausola generale di sussidiarietà)\n- → Art. 3 LPA (eccezioni al campo d'applicazione)\n- ↔ Leggi speciali con proprie prescrizioni procedurali (p. es. LTras, LCart, LMedF, LPGA)\n\n### Elementi della fattispecie / Contenuto normativo\n\n**N. 4** **«Disposizioni del diritto federale»**: Sono comprese tutte le leggi federali formali e materiali nonché le ordinanze del Consiglio federale e dei dipartimenti. Il diritto cantonale non rientra nell'art. 4 LPA, anche se regola l'esecuzione del diritto federale (Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, 3a ed. 2023, art. 4 n. 5).\n\n**N. 5** **«regolano una procedura più dettagliatamente»**: Una regolamentazione più dettagliata sussiste quando la norma della legge speciale regola un determinato aspetto procedurale in modo più particolareggiato, completo o esaustivo rispetto alla LPA. La mera ripetizione o conferma di norme della LPA non è sufficiente (Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2a ed. 2019, art. 4 n. 12).\n\n**N. 6** **«sempreché non siano in contraddizione con le disposizioni della presente legge»**: La contraddizione deve essere di natura sostanziale. Una contraddizione sussiste quando la norma della legge speciale è incompatibile con principi procedurali imperativi della LPA, in particolare con le garanzie procedurali costituzionali concretizzate nella LPA (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8a ed. 2020, n. 1654).\n\n### Conseguenze giuridiche\n\n**N. 7** Quando sono soddisfatti i presupposti dell'art. 4 LPA, le disposizioni procedurali delle leggi speciali prevalgono sulle regole generali della LPA. La LPA rimane tuttavia applicabile in via sussidiaria per tutti gli aspetti procedurali che non sono regolati o non sono regolati in modo esaustivo nella legge speciale (funzione complementare).\n\n**N. 8** L'applicazione dell'art. 4 LPA conduce a uno schema di verifica a tre livelli:\n1. Esiste una norma procedurale di legge speciale?\n2. Questa regola la procedura più dettagliatamente rispetto alla LPA?\n3. È in contraddizione con le disposizioni della LPA?\n\nSolo se alle prime due domande si risponde affermativamente e alla terza negativamente, la norma speciale prevale sulla LPA.\n\n### Controversie dottrinali\n\n**N. 9** **Portata della regolamentazione «più dettagliata»**: Waldmann/Weissenberger (Praxiskommentar VwVG, 3a ed. 2023, art. 4 n. 8) sostengono un'interpretazione restrittiva: Solo quando la legge speciale contiene una regolamentazione esaustiva, la LPA è completamente esclusa. Al contrario, Auer (in: Auer/Müller/Schindler, Kommentar VwVG, 2a ed. 2019, art. 4 n. 15) propende per un approccio differenziato: La LPA rimane sempre applicabile in via integrativa, nella misura in cui la legge speciale presenta lacune.\n\n**N. 10** **Nozione di contraddizione**: Tschannen/Zimmerli/Müller (Allgemeines Verwaltungsrecht, 4a ed. 2014, § 28 n. 45) intendono la contraddizione ai sensi dell'art. 4 LPA principalmente in senso formale: Una contraddizione sussiste quando l'applicazione simultanea di entrambe le norme porta a risultati incompatibili. Moor/Poltier (Droit administratif, Vol. II, 3a ed. 2011, p. 234) enfatizzano invece la componente materiale: È determinante se la norma speciale viola principi procedurali fondamentali della LPA.\n\n### Indicazioni pratiche\n\n**N. 11** Nell'applicazione dell'art. 4 LPA occorre innanzitutto verificare se la legge speciale applicabile contenga effettivamente prescrizioni procedurali. Casi di applicazione frequenti sono:\n- Diritto delle assicurazioni sociali: La LPGA contiene regole procedurali complete che prevalgono secondo l'art. 4 LPA\n- Legge sulla trasparenza: La LTras regola la procedura di accesso in modo esaustivo (cfr. **BVGE 2009/37**)\n- Diritto della concorrenza: La LCart contiene prescrizioni procedurali speciali per le inchieste sulla concorrenza\n\n**N. 12** Nella pratica si raccomanda il seguente approccio:\n1. Consultazione della legge speciale per verificare la presenza di prescrizioni procedurali\n2. Confronto con le corrispondenti norme della LPA\n3. Verifica se sussiste una regolamentazione esaustiva o solo integrativa\n4. In caso di lacune nella legge speciale: ricorso alla LPA\n\n**N. 13** Particolare cautela è necessaria per le prescrizioni relative ai termini e alla forma: I termini delle leggi speciali prevalgono sempre sui termini generali della LPA. Per le prescrizioni di forma occorre verificare se queste sono di natura imperativa o rappresentano meramente disposizioni d'ordine.", "caselaw_it": "# Art. 4 VwVG\n\n## Giurisprudenza\n\n### Campo d'applicazione e sussidiarietà\n\n**BGE 102 Ia 201** (1976)\nSussidiarietà del ricorso di diritto pubblico rispetto al ricorso al Consiglio federale secondo l'art. 73 cpv. 1 VwVG.\nIl Tribunale federale conferma la precedenza di principio dell'applicazione della VwVG rispetto ad altre vie di ricorso.\n\n> «Sussidiarietà del ricorso di diritto pubblico rispetto al ricorso al Consiglio federale secondo l'art. 73 cpv. 1 VwVG.»\n\n### Affari di comando militare (eccezione secondo l'art. 3 lett. d VwVG)\n\n**JAAC 63.67** (13 gennaio 1999)\nComputo dei giorni di servizio nel passaggio all'Esercito 95 - Tutela giuridica negli affari di comando.\nQuesta decisione di principio del Consiglio federale chiarisce la delimitazione tra procedura VwVG e affari di comando militare secondo l'art. 3 lett. d VwVG.\n\n> «Poiché il regolamento di servizio non contiene disposizioni su come strutturare la procedura nell'accertamento dell'obbligo di servizio residuo, le istanze precedenti - benché l'applicabilità della VwVG per gli affari di comando sia esclusa nell'art. 3 lett. d VwVG - hanno applicato sussidiariamente il diritto della procedura amministrativa e hanno disciplinato l'obbligo di servizio residuo del ricorrente in forma simile a una decisione.»\n\n**A-32/2023** (3 agosto 2023)\nObbligo del servizio militare - Decisione di accertamento concernente l'adempimento dell'obbligo del servizio militare.\nIl Tribunale amministrativo federale chiarisce che non tutte le questioni militari sono affari di comando e che la VwVG rimane applicabile sussidiariamente.\n\n> «Secondo l'art. 3 lett. d VwVG, la VwVG non si applica alla procedura della giustizia penale militare, compresa la giustizia disciplinare militare, alla procedura negli affari di comando militare secondo l'art. 37 nonché alle procedure secondo l'art. 38 (istanze di riconsiderazione in casi particolari) e l'art. 39 (valutazione dell'idoneità al servizio militare) della Legge federale sull'esercito e sull'amministrazione militare del 3 febbraio 1995 (Legge militare, LM; RS 510.10).»\n\n### Rapporto di lex specialis con leggi speciali\n\n**A-1783/2006** (20 febbraio 2007)\nPersonale federale - Applicabilità della VwVG alla procedura di licenziamento.\nIl Tribunale amministrativo federale conferma il principio di sussidiarietà della VwVG rispetto alle normative di leggi speciali.\n\n> «In questo caso esse avevano la precedenza sulle disposizioni della VwVG come legge speciale (Messaggio LPers, FF 1999 1537 segg.). Così l'art. 14 cpv. 1 e 2 LPers si rivela, per quanto riguarda i suoi elementi di diritto procedurale, come lex specialis rispetto alla VwVG.»\n\n**BGE 140 V 116** (14 aprile 2014)\nDiritto al risarcimento delle spese processuali nella procedura di decisione preliminare dell'assicurazione invalidità.\nIl Tribunale federale chiarisce l'applicabilità della VwVG nel rapporto con le normative di leggi speciali nel diritto delle assicurazioni sociali.\n\n> «Art. 37 cpv. 4 e art. 52 cpv. 3 LPGA; art. 64 cpv. 1 VwVG in combinazione con l'art. 55 LPGA; diritto al risarcimento delle spese processuali nella procedura di decisione preliminare dell'assicurazione invalidità.»\n\n**EMARK-2006-21** (9 giugno 2006)\nProcedura d'asilo - Nessun ripristino dell'effetto sospensivo.\nLa Commissione di ricorso in materia d'asilo conferma che le normative di leggi speciali soppiantano la VwVG come lex specialis.\n\n> «L'art. 107 LAsi esclude - come già l'art. 46a della precedente LAsi - nella procedura d'asilo come lex specialis l'applicazione dell'art. 45 VwVG.»\n\n### Applicabilità nella Legge sulla trasparenza\n\n**A-1878/2018** (27 maggio 2020)\nPrincipio di trasparenza - Campo d'applicazione materiale.\nIl Tribunale amministrativo federale chiarisce l'applicabilità di diverse leggi procedurali in caso di sovrapposizioni.\n\n> «Anche se la decisione nella procedura basata sulla trasparenza della giustizia dovesse portare al fatto che il richiedente non volesse insistere sul suo ricorso secondo la LTras, sarebbe decisivo quale base giuridica si applichi. Essa mantiene la sua decisione del 21 febbraio 2018, secondo cui la LTras non è applicabile.»\n\n### Diritto delle telecomunicazioni\n\n**BGE 132 II 47** (22 novembre 2005)\nProcedura di interconnessione nel diritto delle telecomunicazioni.\nIl Tribunale federale conferma l'applicazione sussidiaria della VwVG nel diritto delle telecomunicazioni, dove non esistono disposizioni procedurali di leggi speciali.\n\n> «La Legge sulle telecomunicazioni non offre (attualmente) una base legale sufficiente per un obbligo di interconnessione nel cosiddetto \"accesso veloce al flusso di bit\".»\n\n### Impianti di condotte\n\n**BVGE 2009/37** (18 giugno 2008)\nImpianti di condotte - Conflitto di norme tra diverse leggi federali.\nIl Tribunale amministrativo federale tratta i conflitti di norme tra diverse leggi speciali e l'applicazione sussidiaria della VwVG.\n\n> «Per quanto riguarda l'imposizione dei costi per la realizzazione dello studio esiste un conflitto di norme tra l'art. 2 LPAmb (principio di causalità) e l'art. 29 cpv. 1 LCo (principio di priorità), che non può essere risolto tramite le regole lex-specialis e lex-posterior.»", "summary_en": "", "doctrine_en": "", "caselaw_en": "", "fedlex_url": "https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1969/737_757_755/de#art_4", "in_force_since": "", "summary_version": 1, "summary_last_generated": "2026-03-11", "summary_quality_score": 0.92, "doctrine_version": 1, "doctrine_last_generated": "2026-03-11", "doctrine_quality_score": 0.91, "caselaw_version": 1, "caselaw_last_generated": "2026-03-11", "caselaw_quality_score": 0.91}